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Management

So brechen Sie Dauergrünland legal um

umgebrochenes Grünland
am Dienstag, 07.03.2017 - 13:00 (Jetzt kommentieren)

Wer aus der Milchviehhaltung aussteigt, möchte oft sein Grünland umbrechen. Welche Möglichkeiten Sie haben und worauf Sie achten sollten, lesen Sie hier.

Auch wenn die Nutzung des Dauergrünlands nicht mehr für den eigenen Betrieb genutzt werden soll, bestehen Möglichkeiten die Flächen weiterhin als Dauergrünland zu bewirtschaften:

  • Gewinnung von Heu oder Silage für den Verkauf
  • Verpachtung als Dauergrünland
  • Stilllegung der Dauergrünlandflächen. D.h. die Flächen müssen ohne Produktion mindestens einmal im Jahr gepflegt werden.

Gründe für den Umbruch von Dauergrünland

Nicht ganz so einfach ist es, wenn Dauergrünland in Ackerland oder in eine "nicht landwirtschaftliche Nutzung" umgewandelt werden soll. Was dabei zu beachten ist, hat das dlz agrarmagazin in seiner aktuellen Ausgabe März 2017 erklärt.

Gründe für die Umwandlung

  • Es handelt sich um gut ackerfähige Flächen, auf denen ein höherer Ertrag zu erwarten ist.
  • Es gibt in der Region keine Nachfrage für Grünlandflächen auf dem Pachtmarkt.
  • Komplette Einstellung der Tierhaltung.

Hürden beim Umbruch von Dauergrünland

  • In einigen Bundesländer gibt es von der Förderung unabhängige spezifische Regelungen zum Grünlanderhalt. Bei der Teilnahme an freiwilligen Programmen, wie sie zum Beispiel in der zweiten Säule der Gemeinsamen Agrarpolitik angeboten werden, können Hürden auftreten. Diese verbieten oft einen Grünlandumbruch oder eine Verringerung des Grünlandanteils im Betrieb mit in der Regel fünfjährigen Verpflichtungszeitraum.
  • Sofern kein Antrag auf Direktzahlungen gestellt wird, müssen natürlich die förderrechtlichen Vorgaben auch nicht eingehalten werden.
  • Handelt es sich um Dauergrünlandflächen, die nicht als umweltsensibel eingestuft sind und bereits vor dem 1. Januar 2015 den förderrechtlichen Dauergrünlandstatus hatten, stehen einer Umwandlung in Ackerland keine fachrechtlichen Belange entgegen. Nach den Bestimmungen des Direktzahlungen-Durchführungsgesetzes kann ein Landwirt derartige Dauergrünlandflächen nur mit Genehmigung umwandeln. Diese erhält er, wenn er in derselben Region eine andere Fläche mit der entsprechenden Hektarzahl als Dauergrünland anlegt. Das kann auf den eigenen Flächen erfolgen, oder von einem Berufskollegen übernommen werden. Dauergrünlandflächen sanktionsfrei umzubrechen ohne Neuanlage von Dauergrünland an anderer Stelle, gibt es nach dem Förderrecht nicht.

Ausnahmen beim Grünlandumbruch

Zwei "Spezialfälle benötigen selbst bei Beantragung der Basisprämie keine förderrechtliche Genehmigung zur Grünlandumwandlung:

  1. Ökobetriebe: Betriebsinhaber, die die Anforderungen für biologische Landwirtschaft erfüllen, haben laut EU-Basisverordnung automatisch Anrecht auf die Greeningprämie.
  2. Kleinerzeuger: Betriebsinhaber, die an der Kleinerzeugerregelung teilnehmen, also weniger als 1.250 Euro Direktzahlungen erhalten, sind von der Einhaltung der Greeningvorschriften und damit von den förderrechtlichen Vorgaben zum Dauergrünlanderhalt befreit.

Möglichkeiten des Umbruchs von Dauergrünland

Um Dauergrünland umzubrechen und ackerbaulich zu nutzen, müssen die Gründe immer stichhaltig sein und dürfen sich nicht nur auf dem Papier abspielen, sondern müssen auch tatsächlich so gelebt werden.

  • Ein bestehender Kleinerzeuger könnte Dauergrünlandflächen von einem anderen Betriebsinhaber pachten, in Ackerland umwandeln und dann ackerbaulich nutzen. Gibt dieser Kleinerzeuger nach der Verpachtung irgendwann die Bewirtschaftung auf und die Flächen fallen als Ackerland an den Landwirt zurück, könnte dies ein stichhaltiger Grund sein. Anders ist die Situation, wenn ein Kleinerzeuger den Dauergrünlandumbruch als "Geschäftsmodell" entdecken sollte. In diesem Fall dürfte es schwer werden.
  • Betriebe des ökologischen Landbaus können natürlich auch Dauergrünlandflächen pachten, förderrechtlich auch umbrechen, müssen dabei aber unter Umständen bestehende spezielle Bestimmungen des Ökolandbaus und der Ökolandbauförderung der zweiten Säule beachten.
  • Landwirtschaftliche Betriebe, die keinen Antrag auf Basisprämie stellen, mögen bereits bestehen. Sie können auch jederzeit neu gegründet werden und dann Dauergrünland pachten und in Ackerland umwandeln, sofern fachrechtliche Belange der Umwandlung nicht entgegen stehen.

Die Regelungen für die Umwandlung sind sehr komplex, deshalb empfiehlt es sich immer fachkundige Beratung einzuholen.

"Nicht-landwirtschaftliche Nutzung" von Dauergrünland

Wer sein Dauergrünland nicht-landwirtschaftlich nutzen will, muss dies seit Inkrafttreten der Änderungen des Direktzahlungen-Durchführungsgesetzes am 28. Oktober 2016 vorab ebenfalls beantragen und genehmigen lassen.

Anders als bei der Umwandlung einer Dauergrünlandfläche in Ackerland erfolgt die Genehmigung der Umwandlung in eine nicht landwirtschaftliche Nutzung ohne die Verpflichtung zur Neuanlage von Ersatzdauergrünland. Die Genehmigung beispielsweise in eine Weihnachtsbaumkultur wird erteilt, sofern keine anderen Rechtsvorschriften der Genehmigung entgegen stehen.

 

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