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Ratgeber

So machen Sie das Grünland winterfest

Maulwurfshügel im Grünland
© agrarforto.com
von , am
25.10.2017

Die Grünlandpflege im Herbst darf nicht vernachlässigt werden. Wer seine Grünlandflächen fit in den Winter schickt, beugt aufwendigen und kostenintensiven Reparaturen im kommenden Frühjahr vor.

Vielerorts konnte der Aufwuchs des Grünlands noch einmal geerntet werden. Damit sind diese Flächen optimal auf den Winter vorbreitet. Das Auswinterungsrisiko verkleinert sich deutlich, wenn die Bestände zu Vegetationsende eine Wuchshö- he von 12 cm nicht überschreiten.

Weisen Flächen jetzt überständige Weidereste und Geilstellen auf, sollte der Aufwuchs wenn möglich gemäht oder besser gemulcht werden. Es ist dabei auf eine Schnitthöhe von max. 8-10 cm und eine gleichmäßige Verteilung des Aufwuchses zu achten.

Das ist als Schutz vor Krankheiten wie Schneeschimmel, Kahlfröste und Mäuse zu sehen. Besonders die mit zurzeit üppiger Vegetation sind die Mäuse noch sehr aktiv. Durch das Aufstellen von Sitzkrücken kann ein geringer Befall in Schach gehalten werden.

Hier sechs Tipps für den Abschluss der Grünlandsaison.

1. Kurze Narbe gegen Tipulabefall

Bis Oktober sind die flugfähigen adulten Wiesenschnaken aktiv. Die Larven der Wiesenschnake ernähren sich vorzugsweise von den Gräserwurzeln kurz unterhalb der Bodenoberfläche, aber auch von oberirdisch wachsenden Pflanzenteilen und können dadurch zu großen Schäden im Grünland führen.
 
Bei starkem Befall kommt es zu einer fleckenhaften Vergilbung bis hin zum Absterben der Grasnarbe. Die Herbst-Bekämpfungsschwelle liegt bei 300 Larven/m2. Die Möglichkeit einer chemischen Bekämpfung ist derzeit nicht gegeben. Das Kurzhalten der Narbe vor Winter kann dem Befall mit Tipula-Larven entgegenwirken.

2. Aufwuchshöhe zwischen 5 und 7 Zentimetern

Eine kurze Narbe vor Winter sorgt vor allem für eine optimale Überwinterung des Grünlandbestandes. Dabei sollte eine Aufwuchshöhe von 5 bis 7 cm nicht überschritten werden.
 
Aber nicht nur ein zu hoher Aufwuchs, sondern auch eine zu kurz gehaltene Grünlandnarbe wirkt sich nachteilig auf die Winterfestigkeit aus. Eine Aufwuchshöhe von mindestens 5 cm ist für den Erhalt des Vegetationskegels notwendig.

3. Letzten Schnitt in der letzten Oktoberdekade

Üppiger Aufwuchs vor dem Winter ist besonders auswinterungsgefährdet und empfindlich. Planen Sie den letzten Schnittin den letzten Oktobertagen ein, um dem Grünland vor Winter ausreichend Zeit zum Regenerieren zu geben.
 
Nicht genutzte Futterreste sollten ebenfalls rechtzeitig ausgemäht oder gemulcht und bei starker Schwadbildung abgefahren werden.

4. Das Grünland nicht überstrapazieren

Je nach Aufwuchs ist eine Nachweide im Herbst ist auf Schnittflächen sinnvoll - so lange es trocken bleibt. Bis Ende Oktober sollte die Beweidung aber abgeschlossen sein, um Trittschäden bei nassem Boden zu vermeiden. So kann sich das Grünland regenerieren.

5. Gülledüngung im Herbst

Achtung, die Sperrfrist für die Gülledüngung im Grünland beginnt am 1. November. Ist ein Düngebedarf des Pflanzenbestandes gegeben, kann eine Gülledüngung bis zu diesem Termin noch sinnvoll sein.
 
Im Herbst nur in eine leistungsfähige Narbe Gülle ausbringen, bei der eine optimale Nährstoffausnutzung möglich ist. Die letzte Gülledüngung im Herbst sollte auf dem Grünland eine Gabe von 20 bis 30 kg Ammonium-N/ha (in der Regel 10 bis 15 m3/ha) nicht übersteigen.

Grünlandpflegetechnik im Test

Die Redakteure von AGRARTECHNIK veröffentlichten die Ergebnisse eines Grünlandstriegel- und Wiesenwalzetestes, den sie durchgeführt haben. © Tammo Gläser
Bei der Pflegearbeit setzten sie das Gerät Saphir GS802 auf rund 60 Hektar Grünland ein. © Tammo Gläser
... so sah der Boden nach dem Einsatz aus. © Tammo Gläser
Für den Grünlandtest verwendeten die Agrartechnik-Redakteure eine acht Meter breite Maschine, die mit einem APV-Nachsaatgerät ausgerüstet war. © Tammo Gläser
Der Agrartechnik-Redakteur stellt die Bodenbearbeitungmaschine ein. © Tammo Gläser
Das Striegelfeld umfasst 98 Zinken mit einem Strichabstand von acht Zentimeter. © Tammo Gläser
Im Arbeitseinsatz bringt es die Walze gefüllt mit Wasser auf stolze 5,4 Tonnen Einsatzgewicht. © Tammo Gläser
Die Saphir Robust 275FG - Wiesenwalze im Einsatz. © Tammo Gläser
Auch die Arbeit in den Hanglagen ist mit Saphir möglich. © Tammo Gläser
Die Saphir Wiesenwalze verfügt über ein Fahrgestell mit 2-Kreis-Druckluftbremse. © Tammo Gläser
Eine Abstellstütze ist in der Deichsel versteckt und in einem Lochraster höhenverstellbar. © Tammo Gläser
... und nochmal prüft der Agrartechnik-Redakteur, ob die Anschlüsse stimmen. © Tammo Gläser
Seit 2013 ist das Unternehmen Saphir zuständig für den Vertrieb der Grünlandernte- und Mammut Pflegetechnik des polnischen Herstellers Samasz. © Tammo Gläser
Das Schlegelmulchen gehört zu den Wiesenpflegearbeiten. © Tammo Gläser
Nur für Grünlandarbeiten werden sicherlich wenige Kunden ihre Mulcher verwenden. © Tammo Gläser
Grabenpflege, Sonderkulturen, Garten- und Landschaftsbau oder Maisstoppelmulchen - Arbeit gibt es genug für die Maschinen. © Tammo Gläser
Die Maschine hat 36 Hammerschlegeln der Kategorie VI. © Tammo Gläser
© Tammo Gläser
Das Arbeitsbild des Mulchers entsprach den Vorstellungen der Agrartechnik-Redakteure. © Tammo Gläser
Der Umbau von Front- auf Heckbetrieb geht fix. © Tammo Gläser
© Tammo Gläser
Mehr zu diesem Maschinentest der Grünlandpflegetechnik lesen Sie in der AGRARTECHNIK, Ausgabe Februar 2015. © Tammo Gläser
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