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Ukrainekrieg

Solidarität mit Ukraine: Landwirt baut Friedenspyramide aus Stroh

Ganz oben weht die Friedensfahne: Done Keilhacker (r.) hatte die Idee zur Strohpyramide. Zum Größenvergleich hier (v. l.) seine Tochter Barbara und Enkelkinder Maximilian, Simon, Leoni und Alexander.
am Samstag, 13.08.2022 - 05:00 (1 Kommentar)

Landwirt aus Ramsau baut einen „Friedensturm“ aus Strohballen an der B12 als Zeichen der Solidarität mit den Berufskollegen in der Ukraine.

Ramsau/Lks. Berchtesgadener Land Siebzehn Meter hoch, gebaut aus 70 Großpack-Ballen Weizenstroh und obendrauf eine weiße Fahne. So ragt der „Friedensturm“ von Landwirt Done Keilhacker in den Himmel an der B12 bei Ramsau.

Der Austragler hat die Pyramide als „Mahnmal für den Frieden auf der Welt“ gebaut, an zwei halben Tagen, mit Teleskoplader und einem Bettuch aus dem häuslichen Bestand.

„Dass wir so viel Krieg haben, in unserer Zeit, das ist doch ein Wahnsinn“, habe er gedacht. Als die Weizenernte anstand, sei vor allem der Gedanke an die Ukraine nicht fern gewesen. Keilhacker hat die Fernsehbilder von zerbombten Ställen nicht vergessen.

So reifte in ihm der Gedanke, ein Zeichen der Solidarität für seine ukrainischen Berufskollegen zu bauen, nach dem Motto „Pflugscharen statt Kanonen“, erzählt er, schon ein bisschen stolz auf sein Werk.

Rekord bei Strohpyramiden bei 2000 Ballen

Ursprünglich hatte Keilhacker sogar noch größeres vor. „Ich wollte ins Guinnessbuch der Rekorde“, sagt er. Um den aktuellen Rekord im Strohpyramidenbauen zu knacken, hätte er allerdings 2000 Ballen und einen Kran gebraucht.

„Uferlos“, sah er ein. Zufall war dann, dass sein Sohn Stefan, dem er den Milchviehbetrieb mit 60 Kühen im vergangenen Jahr übergeben hat, heuer das Feld an der B12 bekam und der Nachbar auf dem Feld daneben ebenfalls Weizen angebaut hat.

Kurzerhand stimmte man sich ab, sodass die Strohernte auf beiden Feldern zeitgleich stattfinden konnte, dank Mähdrescher aus dem Lohnunternehmen von Sohn Stefan. Mit insgesamt 70 Ballen war dann schon etwas anzufangen.

Friedenspyramide aus Stroh wird Feier-Ort

„Am schönsten ist, wir haben bald jeden Tag da drunten ein Fest“, freut der Bauer sich. Immer wieder kommen spontan Familien zur Pyramide, Bierbänke wurden schon aufgestellt, ein Nachbarschafts- und ein Erntefest gefeiert.

Nie hätte er gedacht, dass der Turm sogar eine zweite Funktion bekommen würde, sagt Keilhacker: Die Freiwillige Feuerwehr Ramsau veranstaltet diesen Sonntag ihr Feuerwehrfest und hat angefragt, ob sie ihre eigene Fahne aus dem Anlass auf die Pyramide stecken dürfen.

Spätestens am Dienstag will Keilhacker den Turm dann aber abbauen. Denn schon vergangenen Samstag hat es „Stunk“ gegeben, erzählt er. Regen setzte ein, seine Frau Rita schimpfte. Aber es blieb dann bei einem leichten Tröpfeln – womöglich ein Zeichen der Solidarität des Himmels mit Done Keilhackers schönen Idee.

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