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Grünland-Tagebuch Teil 16

Tagebuch Heckenberger: Fleißige Arbeiter unter der Narbe

Regenwürmer in Grünland
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Markus Pahlke, agrarheute
am
02.01.2019

Was Mathias Heckenberger bei der Kontrolle seiner Grasbestände bemerkt und warum er dieses Jahr zu massiveren Bekämpfungsmaßnahmen greifen muss.

Da zwischen den Feiertagen und Silvester Schnee und Frost ausblieben, waren Grasnarbe und Boden gut zu sehen. Beste Bedingungen, um die Flächen auf Zustand und Schädlinge zu kontrollieren.

Der Regenwurmbesatz ist auf unseren Grünlandflächen sehr hoch. Die Tiere finden durch die Versorgung mit Kalk und anderen Nährstoffen eine gute Grundlage zum Leben. Auf den Flächen ist der Kot der Regenwürmer gut zu erkennen. Regenwurmkot enthält fünfmal mehr Stickstoff, siebenmal mehr Phosphor und elfmal mehr Kalium als die Umgebungserde. Deswegen sind Regenwürmer meine wichtigsten Mitarbeiter unter der Grasnarbe.

Die Mäuse auf dem Grünland werden aktuell nicht weniger. Daher habe ich mich dazu entschlossen, zum ersten Mal die Nager mit Gift zu bekämpfen. Hierzu nutze ich eine Legeflinte, mit der ich zwei bis vier Giftlinsen gezielt in ein Mauseloch einlege. Damit befindet sich das Gift nicht an der Oberfläche. Andere Tiere kommen nicht zu Schaden, es wird kein Gift verschwendet und die Umwelt geschont.

Hochbetrieb im Stall

Im Dezember haben bei uns 19 Tiere gekalbt. Zeitweise kalbten die Kühe gleichzeitig ab. Daher war im Kälberbereich und bei den Frischabkalbern einiges los. Da heißt es vor dem Umstallen der Kälber Boxen und Iglus waschen und frisch mit Stroh befüllen.

Bei den Abkalbern waren auch Kühe dabei, die schon eine größere Familie im Betrieb bilden. Die sind für uns züchterisch sehr interessant.

Nach dem Kalben sehen wir regelmäßig nach, ob die Tiere ausreichend fressen. In den ersten 10 Tagen messen wir täglich die Körpertemperatur, um angehende Krankheiten oder Probleme frühzeitig zu erkennen. Außerdem messen wir in den ersten zwei Wochen viermal die Ketonkörper im Blut. Es gilt die Ketose zu vermeiden oder gezielt zu behandeln, damit die Damen möglichst wenig Körperfett verlieren.

Silofolienangebote und Biertreberkauf

Aktuell holen wir Angebote für Silofolien ein. Wir wollen gut gerüstet sein, wenn der erste Schnitt ansteht. Während der Feiertage musste man darauf achten, dass ausreichend Futtermittel vorhanden waren. Das hat dazu geführt, dass wir den Biertreber außerhalb der Reihe holen mussten. Normalerweise besorgen wir uns den alle zwei Wochen bei einer nahegelegenen Brauerei. So ist er immer frisch und wir können 1,5 kg je Kuh und Tag problemlos einsetzen.

Mäuse auf dem Feld und Kälber im Stall

Regenwürmerkot
Mäuseplage
Giftlinsen in Mauseloch
Legeflinte für Giftlinse
Abkalbestall
Rinderfutter
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