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Grünland-Tagebuch Teil 18

Tagebuch Heckenberger: Gute Grassilage, aber zu wenig

Schafe auf der Fläche
am
29.01.2019

Matthias Heckenberger berichtet alle 14 Tage aus seinem Alltag. Die Grassilage aus der Ernte 2018 war von bester Qualität. Leider sorgte die Trockenheit für geringere Erntemengen. Er hofft, dass er das dieses Jahr mit dem ersten Schnitt ausgleichen kann.

Aktuell steigen am Tag die Außentemperaturen. Aber es liegt noch immer eine dicke Schneedecke auf unseren Flächen. Jetzt gilt es abzuwarten, wann die ersten Grasspitzen aus dem Schnee spitzeln.
Trotz des geringen Niederschlages in 2018 hatten wir sehr gute Grasqualitäten.

Im Durchschnitt aller sechs Schnitte haben wir einen Energiegehalt von 6,5 MJ NEL und einen Rohproteingehalt von 184 g erreicht. Die Ausnahme war der vierte Schnitt. Hier erreichten wir nur 6,0 MJ NEL und 150 g Rohprotein. Es hatte im August nicht mehr geregnet, die Qualität war entsprechend bescheiden. Das Futter verwenden wir jetzt für das Jungvieh und die Bullenmast.
Die geerntete Grasmenge in 2018 war jedoch weniger. Daher fehlen uns jetzt im Betrieb rund 150 bis 200 m³ Grassilage. Jetzt gilt es abzuwarten, wie schnell wir den ersten Schnitt 2019 mähen können.

Hohe Erträge vom Grünland

Die geschätzten durchschnittlichen Erträge auf dem Dauergrünland lagen 2018 bei 128 dt Trockenmasse je ha. Beim Ackerfutter waren sie mit 135 dt Trockenmasse je ha nur unwesentlich höher. Der Rohfasergehalt lag zwischen 20 und 27 Prozent und damit immer im Sollwert. Das Weidelgras bringt immer genügend Struktur mit. Da spielt es auch keine Rolle, ob das Gras früher geschnitten wurde. Da ausreichend Struktur im Gras vorhanden ist, benötigen wir keine hohen Strohanteile, um den Rohfaseranteil in der Ration wiederkäuergerecht zu gestalten.
Für mich zeigen die guten Ergebnisse im Grünland, dass man mit Sanierung und Nachsaat die Qualität des Grundfutters nachhaltig verbessern kann. Damit schaffen wir Grasbestände auf Ackerfutterniveau.

Chancenlose Schafe

Wie jedes Jahr zieht zum Jahreswechsel ein Schäfer mit seiner Schafherde durch die Fluren der Gemarkung. Da die Schneedecke zu dick ist, haben die Schafe keine Chance an Futter zu kommen. Der Schäfer ist diesmal wirklich nur durchgezogen und hat Spuren hinterlassen.

Das Gras melkt gut

Im Stall bestätigen sich die guten Qualitätszahlen mit der Futteraufnahme. Im Moment fressen die Kühe über 23 kg Trockenmasse am Tag. Die Ration besteht aus dem ersten und zweiten Grasschnitt. Dazu kommen Mais aus 2018, Eiweißausgleich und Getreideschrot hinzu. Insgesamt ist die Ration auf 32 kg Milch ausgelegt. Zusätzliches Kraftfutter erhalten die höherleistenden Kühe am Transponder. Das durchschnittliche Tagesgemelk steigt stetig. Mittlerweile ist unser Milchtank zu klein und wir müssen mit zusätzlichen Tanks arbeiten.

Salzstreuer reparieren

Im Winter stehen meist viele Reparaturen an. Kürzlich war der Salzstreuer kaputt. Den setzen wir jetzt seit 18 Jahren auf dem Betrieb ein. Da er um diese Jahreszeit fast rund um die Uhr arbeiten muss, mussten wir die Reparaturen auf die späten Abendstunden legen.

Dünger auf dem Acker und Grünland

Ich habe aktuell den Düngebedarf für unsere Kulturen ermittelt. Die erste Düngegabe beim Getreide liegt nicht mehr in so weiter Ferne. Dabei geht es um den Bedarf an Stickstoff, Phosphor, Kalium und Magnesium.
Endlich wurde auch der Granu Gips Schwefeldünger mit freiem Calcium geliefert. Die Big-Bags beinhalten jeweils 1.000 kg Dünger. Wir bringen ihn im zeitigen Frühjahr auf dem Grünland aus.

Chancenlose Schafe

schafe auf der Fläche
kühe am Futtertisch
Grünland Heckenberger
Kaputter Salzstreuer
Schwefeldünger
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