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Grünland-Tagebuch Teil 15

Tagebuch Heckenberger: Winterruhe auf dem Acker - Zeit der Besinnung

Heckenberger Weihnachtsgruß
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Anne Ehnts, agrarheute
am
18.12.2018

Junglandwirt Matthias Heckenberger berichtet alle 14 Tage über seine Grünlandmaßnahmen und den Einfluss auf die Milchleistung seiner Kühe. Dieses Mal ruht das Grünland und der Frost tut seine Arbeit. Auch für das Vieh kann der Winter ruhig kommen. Das neue Stalldach ist fertig.

Seit der Ausbringung von Schwefellinsen kontrollieren wir unser Grünland regelmäßig auf Wildschweinschäden. An einer Ecke, wo wir keine Linsen ausgebracht hatten, haben sie doch tatsächlich wieder ihr Unwesen getrieben. Das bestätigt die Wirkung der Maßnahme auf dem Rest der Fläche.

Väterchen Frost tut seine Arbeit, die Gedanken sind schon im Frühjahr

Aktuell schauen wir für die Grünlanddüngung im Frühjahr nach dem richtigen separaten Schwefeldünger. In 2018 hatten wir ein Granu Gips mit frei verfügbarem Calcium und reinem wasserlöslichen Schwefel gestreut.

Auf den meisten unserer Standorte ist die natürliche Schwefelversorgung nicht ausreichend und auch der Schwefel aus der Gülle wird im Frühjahr erst bei höheren Temperaturen mobilisiert. Schwefel fördert aber durch vielfältige Funktionen im Eiweiß-, Fett-, und Kohlenhydratstoffwechsel die Ertragsbildung und die Qualitätseigenschaften von Pflanzen. Besonders Leguminosen haben einen sehr hohen Schwefelbedarf. Schwefelmangel führt bei ihnen unter anderem zu einer starken Beeinträchtigung der Stickstoff-Fixierung durch Knöllchenbakterien.

Calciumsulfat beispielsweise verbessert die gesamte Bodenstruktur indem das Calcium tonige Bestandteile ausflockt und es beugt Verdichtungen vor.

Aktuell sind die Nächte sehr kalt (minus 5 bis minus 8 Grad Celsius. Die Gräser und der Boden sind stark gefroren, aber das schadet den Pflanzen nicht. Positiv wäre es, wenn der Frost die Mäuse zurückdrängen würde. Sie fressen besonders gern gute Gräser und Leguminosen, die mir dann im Frühjahr fehlen würden.

Das Grünland war leicht Schnee bedeckt. Am 16.12. gab es dann 8 cm Neuschnee. Die Zwischenfruchtmischungen kamen durch den Frost und den Schnee auch immer weiter an den Boden und sterben jetzt ab. Sogar der essbare Tiefenrettich wird „glasig“ und bricht auf.

Das Stalldach ist repariert, der Winter kann kommen

Nach 4 Wochen Montagezeit ist das neue Dach für den Milchviehstall jetzt fertig. Die Nagelbinder halten wieder und das neue Sandwich-Dach ist auch verlegt. Somit kann der Winter ruhig kommen.

Die Dacherneuerung haben wir dafür genutzt, den Lichtfirst des Stalls etwas weiter zu öffnen damit noch mehr Luft in den Stall kommt beziehungsweise die aufsteigende warme Luft schneller abziehen kann. Wenn die Nächte sehr kalt sind, soll an den Fenstern ein Windschutznetz herunter gedreht werden, um den Stall frostfrei zu halten. Das ist wichtig, weil wir keine Ringwasserleitung besitzen. In dem alten Gebäude Alle Wasserleitungen verlaufen unterhalb der Spalten oder im Beton.

Im Dezember haben 12 Tiere, darunter zwei Jungkühe gekalbt. Für ausreichend Komfort bei den Trockenstehern haben vor Weihnachten nochmal die Vollstrohboxen gemistet.

Betriebsunfall kann Weihnachtsstimmung nicht trüben

Leider hatte ich selbst kürzlich einen Betriebsunfall, bei dem ich mir das Handgelenk gebrochen habe. Schuld war ein Sturz aus 1 m Höhe.

Ich wünsche allen Tagebuch-Lesern wunderschöne und erholsame Weihnachten.

Viel Glück und Erfolg mit den Kühen!

Mit Material von Matthias Heckenberger

Winterzeit: Das Grünland ruht und die Zwischenfrüchte sterben ab

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