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Qualitätsmischungen

Tipps von Experten: Grünland jetzt reparieren und neu- oder nachsäen

Mann kniet auf dem Acker und betrachtet geschädigtes Grünland
am Dienstag, 18.08.2020 - 06:00 (Jetzt kommentieren)

Wiesen und Weiden sind durch die Dürre und die Mäuseplage vielerorts stark geschädigt. Der beste Zeitpunkt, um vertrocknetes oder zerwühltes Grünland zu reparieren, ist der Spätsommer von etwa Mitte August bis Mitte September. Dabei zählt die richtige Sortenwahl.

Deutschlandweit ist das Grünland derzeit in sehr unterschiedlicher Verfassung. In Gebieten mit vorherrschender Trockenheit sind extreme Lücken auf Wiesen und Weiden zu finden. Totalen Komplettausfall gibt es häufig dort, wo die Mäuseplage gewütet und die Schädlinge alles kahl gefressen haben.

Relativ sichere Nachsaat im Herbst, gute Qualität im Frühjahr

Geschädigtes Grünland mit Flecken

Bei Dürreschäden ist die Nachsaat im Spätsommer und Herbst die geeignete Methode, die Leistungsfähigkeit des Grünlands zu erhalten. Bei Mäuseschäden, die vor allem im Norden weit verbreitet sind, zählen vor allem schnelle Reparatureinsätze.

Nur so lässt sich die Futterproduktion für das Frühjahr sicherstellen. Wichtige Vorteile gegenüber Frühjahrssaaten sind die größere Sicherheit, dass sich der Bestand aus passenden Gräsern und Kräutern auch erfolgreich etabliert. Auch das meist geringere Potenzial zur Verunkrautung ist aktuell ein Vorteil.

Qualitätsmischungen zur Reparatur von Grünland

Betroffene Grünlandbetriebe haben meist nicht genügend Zeit, um den Aufwuchs einer kompletten Neuansaat abzuwarten. Schon jetzt herrscht vielerorts Futtermangel. Fachleute empfehlen für die Reparatur von Grünland, passende Qualitätsmischungen zu verwenden.

Nur damit lässt sich bei der Nach- oder Neuansaat der neueste Züchtungsfortschritt auf die Fläche bringen. Geprüfte Standardmischungen enthalten immer Weidelgras. Wegen des guten Futterwerts zählt das zu den wichtigsten Komponenten.

Ständig neue Gräsersorten verfügbar

Jedes Jahr werden Neuheiten eingetragen. Dazu Beispiele der zuletzt eingetragenen Sorten:

  • Deutsches Weidelgras 2020: Mitch, Caritou, Barmazing, Dobos, Astonknight, Wakte, Donner; 2019: Bellator, Botond, Rossimonte, Zambezi, Redding, Melgrappa
  • Welsches Weidelgras 2020: Fabio, Zarastro, Dolomit, Balance, Yacht; 2019: Dolores, Rulicar, Oryttus, Sendero, Kingsgreen
  • Rohrschwingel: Roscati, Barcuby, Paolo, Ferguson, Rotino
  • Bastardweidelgras: Palio, Segovia. RGT Everial
  • Wiesenrispe: Janka
  • Lieschgras: Radde, Fjord
  • Einjähriges Weidelgras: Krispiyl, Banco; Sommerzwischenfrucht: Glodaro
  • Knaulgras: Vostox, Baromat, Rosseur, Caius
  • Rotklee: Nemaro, Milvus, Elanus, Harmonie, Fregata, Monsun, Semperina, Loreley, Saphir; 2019: Carbo, Kallichore, Megalic
  • Inkarnatklee: Linkarus; 2019 Carmina, Redhead
  • Luzerne: Artemis, Sibemol, Volga, Ludelis

Gründliche Beratung bei der Gräsermischung von Vorteil

So gibt es deutliche Leistungsunterschiede zwischen den Gräsern. Die offiziell empfohlenen Mischungen zur Saat sind den Regionen angepasst. Die Markenprogramme der Gräserzüchter sind darüber hinaus meist mit einer aufwändigen Grünlandberatung vor Ort verknüpft.

Für die Grünlandsanierung im Spätsommer und Herbst spricht zudem, dass sich der Boden über die Herbst- und Wintermonate setzen kann. Weiter liefert der erste Aufwuchs im Frühjahr dann schon einen fast vollen Ertrag mit zugleich hohem Potenzial an Qualität.

Mit Material von BSA, DSV
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Mehrwert vom Grünland: Diese Maschinen helfen bei der Pflege

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