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Grünland

Trotz(t) Trockenheit: Grünland nutzt begrenzte Wasservorräte gut aus

© bem
von , am
10.05.2011

München - Durch die überwiegend trockene Witterung im Frühjahr wurde die Wasserversorgung auch unter Grünland knapp. Die Entwickung ging dennoch weiter.

Die Definition für Dauergrünland ändert sich 2015. © bem
Einzelne Regenschauer in der letzten Aprilwoche und in den ersten Maitagen haben die Lage etwas entspannt, doch zum Auffüllen der Wasservorräte im Boden reichte der Regen in der Regel nicht aus. Nach derzeitigem Stand der Wettervorhersage sind in allernächster Zeit auch keine ergiebigen Regenfälle zu erwarten. Die Entwicklung der Grasbestände ist trotz der verbreiteten Trockenheit weiter gegangen.
 
Nach Analysen der Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) wurden die meist geringen Regenfälle von den Pflanzen gut ausgenutzt. Die teilweise etwas kühleren Temperaturen in der letzten Aprilwoche haben wohl auch die Verdunstungsrate und damit den Wasserverbrauch vermindert. Die durch regionale Einflüsse, beispielsweise den gelegentlichen Regenfällen im Alpen- und Voralpengebiet oder der Dichte des Pflanzenbestandes verursachten Unterschiede zwischen Gebieten und sogar einzelnen Betrieben werden unter den gegebenen Wachstumsbedingungen eher noch verstärkt. Deshalb ist es wichtig, die Entwicklung auf den Grünlandflächen betriebsbezogen zu beobachten und zu beurteilen.
 
Zum nächstmöglichen Zeitpunkt silieren
 
Bei den Erhebungen der Aufwuchsuntersuchung zeigt sich, dass in Lagen, die heuer relativ begünstigt sind, Trockenmassezuwächse bis über zehn Dezitonnen je Hektar in der letzten Woche erreicht wurden. Da auf solchen Standorten in der Regel der Ausgangswert schon höher war, sind hier zu Beginn der zweiten Maiwoche TM-Erträge gut über 30 Dezitonnen je Hektar zu erwarten. Damit ist die Siliereignung eines Bestandes von der Ertragshöhe erreicht. Falls die Witterungsbedingungen es zugelassen haben, dürften inzwischen auch schon beachtliche Flächen, welche diesen Zustand erreicht haben, ins Silo eingebracht worden sein. Aber auch für die Grünlandbestände, welche unter Trockenheit bisher stärker gelitten haben und in der Massenentwicklung schwächer ausgeprägt sind, scheint eine Silierung zum nächstmöglichen Zeitpunkt angebracht, wenn dafür diese Nutzungsform vorgesehen ist.
 
Guter Futterwert zu erwarten
 
Auch wenn die beerntbare Menge nicht überwältigt, ist jetzt ein guter Futterwert zu erwarten und es wird dem Folgeaufwuchs ein zeitiger Start ermöglicht. Der günstigste Erntezeitpunkt ergibt sich ja grundsätzlich durch das Abwägen von Ertragszuwachs und abfallendem Futterwert bezüglich der Gehalte an Rohprotein und vor allem Energie, für Milchkühe in Form der MJ NEL dargestellt. Als Richtwert sollten Rohfasergehalte möglichst unter 240 g/kg TM angestrebt werden. Aus den vorliegenden Messungen der Aufwuchsproben deutet sich an, dass vermutlich als Nebeneffekt der überwiegend trockenen Bodenverhältnisse zum einen fast auffällig niedrige Rohproteingehalte und zum anderen ein eher verhaltener Anstieg der Rohfaserwerte im Verlauf der Abreife beim Frischgras sich ergeben dürfte.
 
Wenig gelöster Stickstoff in trockenen Böden
 
Die relativ niedrigen Rohproteinwerte im Gras lassen sich wohl mit den geringen Bodenwasser erklären, denn offensichtlich kann sich in dem trockenen Boden der Stickstoff nicht genügend lösen und deshalb scheint die Aufnahme durch die Pflanze begrenzt. Diese These wird auch gestützt durch erste Messungen von Nitrat mit auffällig niedrigen Gehalten, wobei eine Probe doch einen höheren Nitratwert aufwies.
 
Wie die LfL mitteilt, kann die weitere Entwicklung der Wiesenbestände noch nicht abschließend bewertet werden, doch könnte heuer bis Mitte Mai, natürlich abhängig von den spezifischen Standortbedingungen, mit relativ wenig überhöhten Rohfasergehalten gerechnet werden und damit verknüpft, können zumindest brauchbare Energiegehalte erreicht werden.
 
Gütestufe der Silage kann überprüft werden
 
Wenn die Silage von Grünlandflächen geerntet wird, kann die tatsächlich gewonnene Gütestufe des Siliergutes durch die Untersuchung mit einer Probenahme des Grünmaterials während des Silierens überprüft werden. Diese Untersuchung wird vom LKV angeboten. Sind die zugehörigen Probenahmeunterlagen nicht greifbar, kann von dem in der Regel angewelkten Grüngut eine Probe jeder bedeutsamen Partie in Plastiktüten verpackt eingefroren werden. Mit der nächsten Kurierfahrt des LKV können dann solche Proben an das Futtermittellabor geleitet werden. Mit einer solchen Untersuchung erhält man frühzeitig, schon vor dem Verfüttern wertvolle Ergebnisse über den Futterwert des im Futtersilo lagernden Gutes.
 
Die einzelnen Ergebnisse der Grünlanduntersuchung auf den Futterstandorten Bayerns finden Sie direkt auf der Seite der Landesanstalt für Landwirtschaft. mehr...

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Landwirtschaft im Oderbruch: Problemfall Wasser (21. April 2011)
 
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