Login
Grünland

Vegetationsbeginn steht bevor

© landpixel
von , am
05.03.2014

Im Gegensatz zu 2013 lassen die anhaltend milden Temperaturen dieses Jahr einen sehr frühen Vegetationsbeginn erwarten. Die Vorbereitungen für Pflege und Düngung des Grünlandes müssen nun beginnen.

Die Düngung von Grünland steht an. © landpixel
Der Vegetationsbeginn für das Grünland ist nach der aktuellen Meldung des Deutschen Wetterdienstes in einigen Regionen erreicht. In den östlichen und südlichen Klimaregionen Niedersachsens wird beispielsweise bis 10. März der allgemeine Vegetationsbeginn im Grünland erreicht sein. Die Vorbereitungen für Pflege des Grünlandes müssen nun beginnen, denn Nachsaaten und Düngungsmaßnahmen zum ersten Aufwuchs sollten bis zum Vegetationsbeginn bei günstiger Witterung und abgetrockneter Grasnarbe erfolgen.
 
Die mineralische Stickstoffversorgung mit schnell wirkendem Nitrat- und Ammoniumdünger sollte bis Anfang März erfolgen, empfiehlt die Landwirtschaftskammer Niedersachsen.
 

Kaum Schneeschimmel

Da der Winter nicht nur mild, sondern auch sehr niederschlagsarm war, lassen sich die Wiesen und Weiden in Niedersachsen meist gut befahren. Auf das Walzen können die Landwirte in diesem Jahr verzichten, weil der Boden nur wenige Tage gefroren war. Durch die milden Temperaturen gibt es nur wenige Auswinterungsschäden durch Schneeschimmel und den Fraß der Tipula-Larven. Letztere hatten in den vergangenen zwei Jahren starke Schäden im Grünland verursacht, wurden bislang aber nur in geringer Zahl gefunden. Nun hoffen die Landwirte auf Regen, damit die Wiesen und Weiden die guten Startbedingungen langfristig nutzen können.
 

Gülledüngung

Die Verwertung der Nährstoffe aus der Gülle kann in Bezug auf Nährstoffzusammensetzung und N-Verlagerungspotenzial im Grünland sogar besser als auf dem Acker sein, wenn einige Regeln befolgt werden. Die anzustrebende Ausnutzung des mit der Gülle gedüngten Stickstoffs sollte über die gesamte Vegetation gerechnet insgesamt bei 70 Prozent betragen. Nachwirkungen der Frühjahrsgabe über den ersten Schnitt hinaus können nach Erwärmung des Oberbodens (N-Mineralisation) erheblich sein und sollten bei der N-Düngung nach dem ersten Schnitt berücksichtigt werden.
 
Bei frühzeitig ausgebrachter Gülledüngung können 15 bis 25 m3/ha, entsprechend 60 bis 100 kg/ha Gesamtstickstoff als angemessene, gut nutzbare Güllegabe zum ersten Aufwuchs gelten. Im Grünland werden insgesamt etwa 50 Prozent des Gesamtstickstoffs direkt verwertet, so dass bei der mineralischen N-Ergänzungsdüngung erhebliches Einsparpotenzial besteht. Auf schwach sorptionsfähigen Standorten kann es leicht zu Mangelsituationen kommen, weil das K2O wasserlöslich und auswaschbar ist. Auf Sand- und Moor werden bei häufiger Schnittnutzung bis zu 300 kg K2O je Hektar durch Grünlanderträge entzogen. Die Kaliumgehalte in der Gülle reichen dafür auch bei hoher Stickstoffzufuhr bis 230 kg N/ha nicht aus.
 

Stickstoffdüngung

Die voraussichtlich 2015 novellierte Bundes-Düngeverordnung sieht Stickstoffobergrenzen bei der Düngung auf Hektarbasis vor. Auch für Grünland und Ackergras werden dann diese Obergrenzen der N-Düngung bindend sein. Wechselgrünland mit einer Nutzungsdauer von 3-5 Jahren rechtfertigt in günstigen Lagen auch weiterhin eine sehr hohe Stickstoffdüngung bis zu 320 kg N/ha in 5-6 Schnitten (Tabelle 4a). Nutzungsart und -häufigkeit haben natürlich Einfluss auf die Jahresdüngung. Für Dauergrünland entspricht die mittlere Empfehlungsstufe bis 240 kg N/ha in vier Aufwüchsen schon einer recht intensiven Düngung und einer Ertragserwartung von 90-100 dt Trockenmasse je Hektar mit 15-16 Prozent Rohprotein in der Trockenmasse.
 

Schwefeldüngung

Bei drei- bis fünfmaliger Schnittnutzung ist in vielen Fällen auch eine Schwefeldüngung in Höhe von 30-40 kg S/ha zum ersten Aufwuchs oder in zwei Teilgaben zu empfehlen. Schwefel sollte im Verhältnis zu Stickstoff etwa mit 1:10 bis 1:12 Mengenanteilen in der Grassilage enthalten sein. Ein Verhältnis von >1:12 (S:N) deutet auf latenten Schwefelmangel hin und kann nur durch direkte Schwefeldüngung vermieden werden. Traditionelle Stickstoffdünger werden seit einigen Jahren auch mit Schwefel angeboten. Je jünger der Grasbestand, je höher der Schnittanteil, je leichter der Standort und je geringer die regelmäßige Zufuhr organischer Düngemittel, umso größer ist in der Regel der Schwefeldüngebedarf im Grünland einzuschätzen.
 

Kaliumversorgung

Kalium ist neben Stickstoff der wichtigste Baustein für das Gräserwachstum. Neben ertraglichen sowie tiergesundheitlichen Wirkungen wirkt Kalium bei beginnender Trockenheit positiv auf die Stressstabilität der Gräser. Kalium ist für den Zellinnendruck und die Funktion der Stomata an der Blattunterseite von größter Wichtigkeit und deshalb entscheidend für die Ausdauer der Gräser bei vorübergehender Trockenheit. Eine Kaliumüberversorgung sollte aber vermieden werden, da es dadurch zum Luxuskonsum der Gräser und zur Verdrängung von Magnesium und Natrium in der Pflanze kommt.
 

Regelmäßige Bodenanalyse

Die regelmäßige Überprüfung der Düngungspraxis gelingt nur mit regelmäßiger Bodenanalyse. Die regelmäßige Überprüfung der Nährstoffverfügbarkeit von Böden einheitlich bewirtschafteter Grünlandschläge sollte im Gegensatz zum Dauergrünland, welches nur bis 10 cm Tiefe beprobt wird, im Wechselgrünland etwa in Krumentiefe erfolgen (0 - 30 cm). Da insbesondere die Stickstoff- und der Kaliumgehalte in Wirtschaftsdüngern häufig nicht den Richtwerten entsprechen, sondern deutlich niedriger sein können, ist auch eine Untersuchung der eigenen Gülle anzuraten. Die Proben können aus dem gut homogenisierten Güllelager oder während der Tankbefüllung entnommen werden.
Auch interessant