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Grünlandpflege

Weiden auf Unkraut kontrollieren und regelmäßig nachsäen

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Karl Bockholt, agrarheute
am
03.04.2019

Sind die Grünlandflächen schon jetzt stark mit Ampfer verunkrautet, müssen Sie handeln. Wenn die Nutzung oder der erste Schnitt vor dem Aussamen nicht wahrscheinlich ist, sollten Sie die Schadpflanze nun bekämpfen.

Die Wirkung wird aber wegen der jetzt noch unterschiedlich weit entwickelten Ampferpflanzen nicht so gut sein wie der Einsatz nach dem ersten oder zweiten Schnitt. Danach ist das Unkraut gleichmäßiger entwickelt. So lässt sich der optimale Bekämpfungstermin zur voll entwickelten Rosette nutzen.

Narbenlücken unbedingt schließen

Viele Unkräuter breiten sich besonders in Narbenlücken schnell aus. Derzeit spielen Vogelmiere, Löwenzahn und vielerorts eher untergeordnet auch Hirtentäschel eine Rolle.

Um eine Nachsaat erfolgreich zu etablieren, ist ein Einsatz von Grünlandherbiziden durchaus hilfreich. Er reduziert Unkräuter und verhindert somit die Konkurrenz um Licht und Nährstoffe der auflaufenden Saat. Das gilt besonders bei stark verkrauteten Grünlandnarben.

Gräserverträglich ist zum Beispiel das Herbizid Ranger. Das erfasst mit einer maximalen Aufwandmenge von 2 l/ ha die genannten Unkräuter. Klee-Nachsaaten schädigt das Mittel allerdings.

Wiesen und Weiden mit Nachsaat verbessern

Eine geeigneten Qualitäts-Standard-Gräsermischung ist die Basis einer guten Nachsaat. Die Sortenempfehlungen gibt es bei der Offizialberatung. Nachsaaten sind als regelmäßige Pflege zu empfehlen.

Sie lassen sich im einfachsten Fall machen als Übersaat mit rund 10 kg/ha. Oder sie werden mit Spezialmaschinen in die Grasnarbe eingedrillt. Dann liegt der Aufwand bei etwa 20 kg/ha. 

Nötig sind ausreichende Bodenfeuchte im Jugendwachstums und eine möglichst geringe Konkurrenz durch die Altnarbe. Das lässt sich durch frühzeitige Folgenutzungen und die die Wahl des richtigen Saattermins beeinflussen.

Termin und Pflege entscheidend

Nachsaaten lohnen vorzugsweise je nach Standort und Auswinterungsschäden entweder im zeitigen Frühjahr oder im Spätsommer. Auf sommertrockenen Standorten lässt sich im Frühjahr vor allem die Frühjahrsfeuchtigkeit nutzen. Für die Nachsaat im Spätsommer spricht die nachlassende Konkurrenzkraft der Altnarbe.

Um den Bestand langfristig erfolgreich zu etablieren, ist gute Pflege nicht zu vernachlässigen. Sie ist in einigen Fällen bereits nach der Keimung und frühen Jugendentwicklung der Nachsaaten wichtig, um neuer Unkrautentwicklung entgegenzuwirken.

Zudem wird eine frühzeitige erste Nutzung durch Beweidung, Mahd oder Schröpfschnitt empfohlen. Das mindert den unerwünschten Fremdbesatz und fördert die Bestockung.

Mit Material von ISIP, Lwk NRW
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