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Grundwasserspiegel: So niedrig wie seit 30 Jahren nicht

Grundwasser wird knapp.
am Donnerstag, 03.11.2022 - 05:00 (Jetzt kommentieren)

An jeder dritten Messstelle ist der Grundwasserspiegel gesunken. Deutschland trocknet aus.

Teilweise sind die Wasserspiegel in Deutschland seit 1990 dramatisch gesunken. Das zeigt die Analyse von rund 6.700 Messstellen, wie der NDR berichtet. Die Recherche hatte das Netzwerk Correctiv durchgeführt. Dabei fand dieses unter anderem heraus, dass in den Dürrejahren zwischen 2018 und 2021 der Grundwasserspiegel an knapp der Hälfte aller ausgewerteten Orte auf den niedrigsten Stand seit 1990 gesunken ist.

Gesammelt wurden dafür Daten aus allen Bundesländern, die verstreut abrufbar waren. Auch Bayern, Thüringen und Nordrhein-Westfalen seien besonders von sinkendem Grundwasser betroffen.

Tatort Messstelle: alarmierende Zahlen aus Niedersachsen

Alarmierende Beispiele in Niedersachsen sind die Landkreise Osterholz und der Heidekreis. In Osterholz sank der Grundwasserspiegel an 64 Prozent aller Messstellen. Noch ärger ist es im Heidekreis, hier waren sogar 70 Prozent aller Messstellen betroffen, zeigt die Recherche von Correctiv.

Abrufen kann man die Daten und die interaktive Karte auf der Seite von Correctiv. Auch in Deutschland müsse man sich von der Gewissheit verabschieden, Wasser immer und überall in unbegrenzter Menge zur Verfügung zu haben, so ein Sprecher des Bundesumweltministeriums. In diesem Sommer waren die Folgen des trockenen Sommers in nahezu ganz Deutschland zu spüren. Es gab Ernteeinbußen, Waldbrände und Gießverbote.

Klimakrise und hoher Verbrauch: Landwirte sind nicht Schuld

Sucht man nach den Ursachen, muss man fast genauso tief graben wie nach dem Wasser: Da ist zum einen die Klimakrise mit ihren veränderten Niederschlagsmustern und Dürren. Vielfach kommt es zu einer geringeren Grundwasserneubildung, weil insbesondere versiegelte Böden weniger bis gar kein Wasser aufnehmen. Erst recht nicht, wenn es als Starkregen nieder rauscht.

Dann wäre da der Mensch und sein Verbrauch von Trinkwasser. Ein Sommer wie 2022 bringt eben auch mehr Durst mit sich. Und schließlich ist da noch die immens hohe Entnahme durch Industrie und Bergbau. Für die Hälfte der Messstellen, in denen der Grundwasserspiegel extrem gesunken ist, nennen die Behörden laut Correctiv den Bergbau als Hauptursache.

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