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Gülle bei warmer Witterung verlustfrei ausbringen

von , am
03.07.2015

Die Getreideernte hat begonnen. Folgen darauf Zwischenfrüchte, kommt oftmals Gülle auf den Acker. Auch Grünland profitiert vom organischen Dünger - wenn er korrekt und verlustfrei ausgebracht wird.

Riechts du Gülle, riechts du Geld. Deshalb gilt es, die Nährstoffe möglichst schnell einzuarbeiten. © Mühlhausen/landpixel
Kommen auf die abgeernteten Getreideflächen Zwischenfrüchte, erfolgt die Düngung der Zwischenfrüchte häufig mit organischen Düngern wie Gülle, Gärresten oder Geflügelkot. Worauf der Landwirt dabei achten muss, erklärt die Landwirtschaftskammer Niedersachsen in einem Ratgeber. Bei der Ausbringung sind neben dem Bedarfsgrundsatz (Bemessung der Wirtschaftsdüngermenge am N-Bedarf der Kultur) die Grundsätze einer verlustarmen Ausbringung zu berücksichtigen.
  • Grundsätzlich sind Gülle und Gärreste möglichst bei feucht-kühler Witterung auszubringen. Bei hohen Temperaturen muss die Gülle sofort eingearbeitet werden, da sonst Ammoniakverluste drohen. Die gasförmigen Verluste sind dabei laut LWK Niedersachsen in den ersten Stunden nach der Ausbringung am höchsten.

  • Um den Stickstoff in den Wirtschaftsdüngern effizient zu nutzen und Ammoniakverluste zu vermeiden, ist auf abgeernteten Getreideflächen ein direktes Einarbeiten der Gülle (Schlitztechnik, direktes Eingrubbern) anzustreben. Ist dies nicht möglich, muss bei hohen Temperaturen die Gülle ohne zeitlichen Verzug (möglichst zeitgleich) zur Ausbringung mit einem zweiten Schlepper in den Boden eingearbeitet werden. Es können alle Bodenbearbeitungsgeräte eingesetzt werden, die die Gülle ausreichend einmischen.

Gülle auf Grünland mit den Schleppschuhen

Auf Grünland sollte bei sommerlicher Witterung möglichst auf eine breitflächige Gülle- und Gärrestausbringung verzichtet werden. Gründe:
  • NH3-Verlusten
  • Futterverschmutzung und
  • mögliche Ätzschäden an den jungen Blättern eine Rolle.
Hier hat sich laut LWK Niedersachsen das Schleppschuhverfahren als zweckmäßigste Technik etabliert. Diese Technik erlaube auch eine verzögerte Gülledüngung in den bereits wachsenden Grasbestand bei etwa acht bis zwölf Zentimeter Aufwuchshöhe, so dass die durch Schnitt und Trockenheit geschwächten Grasnarben dem Wirtschaftsdünger nicht direkt ausgesetzt werden müssen.

Gülle auf Grünland einschlitzen

Das Einschlitzen von Gülle auf Grünland ist ebenfalls möglich, dabei ist aber darauf zu achten,
  • dass bei trockenem Boden ein erhöhter Eindringwiderstand für die Schlitzwerkzeuge besteht und
  • dass Trockenschäden an der Narbe infolge des Abschneidens von Pflanzenwurzeln möglich sind.
Bei feuchten Bodenverhältnissen besteht diese Gefahr eher nicht. Neben geringeren Ammoniakverlusten lassen sich durch eine sofortige Gülleeinarbeitung und Nutzung bodennaher Ausbringtechniken die Geruchsimmissionen deutlich reduzieren. Der Nachbar freut sich.

Video: Hohe Kapazität und wenig Luftkontakt gefragt

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