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Düngeverordnung

Güllesperrfrist ab 1. November: Wo Ausnahmen gelten

Gülle ausbringen mit Schleppschlauch
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Klaus Strotmann, agrarheute
am
01.11.2018

Heute endet vielerorts die Güllesperrfrist auf Grünland - aber noch nicht überall. Das sind die Fristen in den Bundesländern im Überblick.

Die Düngeverordnung gibt vor, dass alle organischen und mineralischen Düngemittel mit wesentlichem Gehalt an verfügbarem Stickstoff, ausgenommen Festmist und Geflügelkot während der winterlichen Sperrzeit nicht ausgebracht werden dürfen.

Auf dem Acker läuft die diesjährige Sperrfrist bereits, auf dem Grünland und bei mehrjährigem Feldfutterbau gilt sie - mit Ausnahmen - ab dem heutigen 1. November und dauert bis 31. Januar.

Auf dem Grünland grundsätzlich ab 1. November verboten

Die Sperrfrist für Grünland und Ackerland mit mehrjährigem Feldfutterbau beginnt am 1. November und dauert bis einschließlich 31. Januar. Mehrjähriger Feldfutterbau muss vor dem 15. Mai gesät sein und und mindestens zwei Hauptnutzungsjahre (nach Mehrfachantrag) umfassen.

Nach dem letzten Schnitt des Grünlands und mehrschnittigen Feldfutterbaus darf max. 30 kg/ha Ammonium- bzw. 60 kg/ha Gesamtstickstoff gedüngt werden.

Grünland: Um 2 bis 4 Wochen schieben ist prinzipiell möglich

Die Sperrfrist für Grünland und mehrjährigen Feldfutterbau kann um 2 oder 4 Wochen nach hinten verschoben werden. Die Dauer der Sperrfrist von drei Monaten bleibt dabei unverändert.

  • Sperrfrist bei 2 Wochen-Verschiebung: 15. November bis einschließlich 14. Februar
  • Sperrfrist bei 4 Wochen-Verschiebung: 29. November bis einschließlich 28. Februar

Die Antragstellung unterscheidet sich dabei je nach Bundesland. Details dazu finden Sie unten.

Nie auf gefrorene Böden ausbringen!

Unabhängig von den Sperrfristen gilt: Auf überschwemmten, wassergesättigten, gefrorenen oder schneebedeckten Böden ist das Aufbringen von stickstoff- oder phosphathaltigen Düngemitteln, Bodenhilfsstoffen, Kultursubstraten und Pflanzenhilfsmitteln untersagt. Davon abweichend dürfen jedoch im Frühjahr auf gefrorenem Boden bis zu 60 kg/ha Gesamt-N gedüngt werden, wenn

  • der Boden tagsüber aufnahmefähig wird und
  • keine Abschwemmgefahr in oberirdische Gewässer oder benachbarte Flächen besteht und
  • der Boden durch Einsaat einer Winterkultur oder von Zwischenfrüchten im Herbst eine „grüne“ Pflanzendecke trägt oder es sich um Grünland oder Dauergrünland handelt.

Bei schneebedecktem Boden ist, unabhängig von der Schneehöhe, eine Düngung generell verboten.

Sperrfrist beginnt auf dem Acker spätestens am 1. Oktober

Auf Ackerland beginnt die Sperrfrist generell nach der Ernte der letzten Hauptfrucht und dauert bis einschließlich 31. Januar. Folgende Ausnahmen gibt es, wenn ein Düngebedarf gegeben ist:

  • Zu Zwischenfrüchten und Winterraps dürfen bis zu 30 kg/ha Ammonium- bzw. 60 kg/ha Gesamtstickstoff bis Ende September gedüngt werden, wenn die Saat bis 15. September erfolgt.
  • Zu Wintergerste nach einer Getreidevorfrucht dürfen bis zu 30 kg/ha Ammonium- bzw. 60 kg/ha Gesamtstickstoff bis Ende September gedüngt werden, wenn die Saat bis Ende September erfolgt.
  • Mehrjähriger Feldfutterbau hat die gleiche Sperrfrist wie Grünland, wenn die Aussaat bzw. Ernte der Deckfrucht vor 15. Mai stattgefunden hat.

Eine Verschiebung der Sperrfrist auf Ackerland ist nicht möglich.

Allgemeines zur Düngeverordnung

  • Düngeverordnung: bietet der zuständigen Stelle im Einvernehmen mit der Unteren Wasserbehörde die Möglichkeit, dem Landwirt andere Sperrzeiten zu genehmigen.
  • Sperrfrist: darf nicht verkürzt, sondern nur verschoben werden.
  • Voraussetzung für eine Sperrfristverschiebung: Antragstellung des Landwirts mit ausreichender Begründung.
  • Genehmigungsprozess: regionaltypische Gegebenheiten, vor allem die Witterung oder der Beginn und das Ende des Pflanzenwachstums sowie die Ziele des Boden- und Gewässerschutzes sind heranzuziehen.
  • Höhenlagen: auf Grünlandflächen mit überwiegender Schnittnutzung wird vereinzelt auch eine Sperrfristverschiebung nach hinten angeboten.

Bayern: Für ganze Landkreise um zwei Wochen nach hinten verschoben

In Bayern können die Ämter für Landwirtschaft und Ernährung in Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Bauernverband die Kernsperrfrist für Grünland und mehrjährigen Feldfutterbau landkreisbezogen um zwei oder um vier Wochen nach hinten verschieben (ohne sie zu verkürzen). Für 2018/19 wurden folgende Ausnahmen genehmigt:

  • Verschiebung um 2 Wochen, Sperrfrist vom 15. November 2018 bis 14. Februar 2019: Landkreise Altötting, Dachau, Ebersberg, Eichstätt, Erding, Freising, Fürstenfeldbruck, Stadt Ingolstadt, Landkreise Mühldorf am Inn, München, Stadt München, Landkreise Neuburg-Schrobenhausen, Pfaffenhofen a. d. Ilm, Starnberg, Deggendorf Nord*, Passau Nord*, Stadt Passau Nord*, Straubing-Bogen Nord*, Stadt Straubing Nord*, Oberpfalz gesamt, Landkreis Neustadt a.d. Aisch/Bad Windsheim, Stadt Nürnberg (inkl. Nürnberg Süd), Stadt und Lkr. Roth, Stadt Schwabach, Landkreise Bad Kissingen, Haßberge, Main-Spessart, Miltenberg, Rhön-Grabfeld, Aschaffenburg, Stadt Aschaffenburg, Oberfranken (gesamt)
  • Verschiebung um 4 Wochen, Sperrfrist vom 29. November 2018 bis 28. Februar 2019: Landkreise Berchtesgadener Land, Bad Tölz-Wolfratshausen, Garmisch-Partenkirchen, Landsberg am Lech, Miesbach, Traunstein, Weilheim-Schongau, Rosenheim, Stadt Rosenheim, Landkreise Freyung-Grafenau, Regen, Nürnberger Land, Schwaben (gesamt)

* Die Grenze zwischen Nord und Süd stellt die Donau dar.

Für alle nicht aufgeführten Landkreise bzw. kreisfreien Städte gilt die Sperrfrist von 1. November 2018 bis einschließlich 31. Januar 2019.

Hinweis der Redaktion: Im Vergleich zu einer früheren Version dieses Beitrags haben sich bei einigen Landkreises und Regionen noch Verschiebungen ergeben. Dies ist der aktuelle Stand vom 31.10.2018.

Nordrhein-Westfalen: Anträge betriebsindividuell stellen

In Nordrhein-Westfalen haben einzelne Betriebe die Möglichkeit, eine Sperrfristverschiebung fürs Grünland für ihren gesamten Betrieb zu beantragen. Mit dem Antrag kann der Landwirt die offizielle Sperrfrist entweder vorziehen oder nach hinten verlagern.

Die Sperrfristverschiebung kann in manchen Jahren sinnvoll sein, wenn die Böden zum Beispiel Mitte Januar oberflächig ausreichend gefroren und dann gut befahrbar sind. Ist der Boden so gefroren, wird er besonders gut geschont, obwohl oft schwere Fahrzeuge zum Einsatz kommen.

Da die Pflanzen zu diesem Zeitpunkt allerdings meistens noch keine Nährstoffe benötigen, verpflichtet der Gesetzgeber den Anwender der Gülle dazu, einen Nitrifikationshemmer einzusetzen, der verhindert, dass der in der Gülle enthaltene Stickstoff zu dem auswaschungsgefährdeten Nitratstickstoff umgebaut wird.

Ein Antragsformular und weitere Informationen sind bei der Landwirtschaftskammer (LWK) NRW erhältlich: https://www.landwirtschaftskammer.de/landwirtschaft/ackerbau/duengung/programme/dbepdf/dbe-herbst.htm

Niedersachsen: Auf Antrag zwei Wochen früher

In Niedersachsen ist die Landwirtschaftskammer zuständig. Sie lässt auf Antragstellung eine Vorverlegung der Grünland-Sperrfrist um zwei Wochen zu, um im Frühjahr eine Boden schonende Ausbringung bei gleichzeitiger Minimierung des Stickstoffverlustrisikos zu gewährleisten.

Dies bedeutet, dass bei einer Vorverlegung der Sperrfrist auf dem Grünland die Sperrfrist auf Grünland am 16. Oktober beginnt und am 15. Januar (einschließlich) endet.

Die Genehmigung wird wie in NRW nur für den Einzelbetrieb erteilt, nicht etwa für alle Landwirte einer Region oder einen Landkreis.
Anträge sind bei der Landwirtschaftskammer Niedersachsen zu stellen, das musste bis 10. Oktober passieren und kostet 50 Euro.

Schleswig-Holstein: Besonderheiten in N- und P-Gebieten

Für Flächen in Schleswig-Holstein, die sich in der Nitrat- und/oder Phosphatkulisse nach Landesdüngeverordnung befinden, gelten gesonderte Sperrzeiten:

  • N-Gebietskulisse: Für Grünland, Dauergrünland und mehrjährigen Feldfutterbau (Aussaat bis 15. Mai) gilt die Sperrzeit seit dem 15. Oktober 2018 bis 31. Januar 2019 (gilt für Düngemittel mit wesentlichem Gehalt an N).
  • P-Gebietskulisse: Für Ackerland, Grünland, Dauergrünland und mehrjährigen Feldfutterbau (Aussaat bis zum 15. Mai) gilt die Sperrzeit seit  dem 15. Oktober 2018 bis 31. Januar 2019 (gilt für Düngemittel mit wesentlichem Gehalt an P).

Sofern eine Sperrfristverschiebung beim Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR) beantragt wurde, sind die Zeiten gemäß Antrag zu beachten. Abweichende Sperrfristen in Wasserschutzgebieten kann man von der regionalen Wasser - schutzberatung erfahren.

Mit Material von LfL, LWK Niedersachsen, LWK NRW, LWK Schleswig-Holstein

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