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GV-Pflanzen: Deutlich weniger Freilandversuche

von , am
22.05.2012

Zur Anbausaison 2012 wurden deutlich weniger Freisetzungsanträge für gentechnisch verändert Pflanzen gestellt als in den Jahren zuvor. Wissenschaftler und Firmen ziehen Konsequenzen aus Feldzerstörungen.

Kraut und Knollenfäule an Kartoffeln. Links sind befallene, rechts resistente Kartoffelpflanzen zu sehen. © biosicherheit
In Europa gibt es immer weniger Freisetzungsversuche mit gentechnisch veränderten Pflanzen. Die einzige Ausnahme ist Spanien, wo große Firmen eine Reihe von Anbauversuchen durchführen. Nur wenige Freisetzungen sind Bestandteil von Forschungs- und Entwicklungsprojekten, in denen es um Pflanzen mit neuen oder verbesserten Eigenschaften geht.

Spanien ist Spitzenreiter

Zur Anbausaison 2012 wurden bei der zuständigen EU-Behörde lediglich 41 neue Freisetzungsanträge für GV-Pflanzen gestellt, zwei Drittel weniger als noch 2009. Allein 30 Anträge entfallen auf Spanien. Die restlichen elf Anträge verteilen sich auf Schweden, Irland, Dänemark, Deutschland, Belgien, Tschechien, Ungarn und die Slowakei, wobei hierzulande lediglich eine Freisetzung mit gentechnisch veränderten Zuckerrüben neu genehmigt worden ist.
 
Das offizielle deutsche Standortregister verzeichnet aktuell vier Flächen mit 9.800 Quadratmeter in Sachsen-Anhalt, auf denen in diesem Jahr Versuche mit GV-Pflanzen stattfinden sollen. Unter den EU-weit insgesamt 41 Neuanträgen finden sich 27 Anbauversuche, die große Firmen wie BASF und Bayer mit bereits entwickelten GV-Pflanzen durchführen und die fast alle in Spanien stattfinden. Getestet würden Mais, Baumwolle und Zuckerrüben, die gegen Schädlinge oder Herbizide resistent seien. Die übrigen Anträge kommen  bis auf eine Ausnahme aus Universitäten und öffentlichen Forschungseinrichtungen. Bei einigen gehe es um Grundlagen- und Sicherheitsforschung.

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Wissenschaftler ziehen Konsequenzen

Eine phythophthora-resistente Kartoffel wurde bereits vor längerer Zeit von der Firma BASF entwickelt. Sie werde 2012 zum wiederholten Mal in Deutschland freigesetzt, und zwar auf zwei der gerade noch vier Freisetzungsflächen, die das deutsche Standortregister für dieses Jahr ausweise und die alle vor 2012 beantragt worden seien. 
 
Wissenschaftler und Firmen in Europa, die gentechnische Methoden in der Pflanzenforschung und -züchtung einsetzen, erleben seit Jahren, dass immer wieder Versuchsfelder zerstört werden. Auch sonst sehen sie sich einer tiefen gesellschaftlichen Ablehnung gegenüber, die auch der Grund für die schwierigen politischen Rahmenbedingungen bei der Zulassung von gv-Pflanzen ist. BASF zog Anfang 2012 die Konsequenzen und verlagerte seine Forschungssparte in die USA. Der Schaugarten Üplingen in Sachsen-Anhalt, in dem bis 2011 verschiedene gv-Pflanzen angebaut und umfangreiche Informationen zu Landwirtschaft und Gentechnik bereitgestellt wurden, wird 2012 geschlossen bleiben.

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