Login
Aus der Wirtschaft

Gv-Soja: Das sollten Sie wissen

© sima/fotolia
von , am
30.03.2015

Gentechnisch veränderte Sojabohnen werden weltweit auf 181 Millionen Hektar angebaut. Ist im Futtermittel mehr als 0,9 Prozent gv-Soja enthalten, muss es gekennzeichnet werden. Weitere Fakten, lesen Sie hier.

© Mühlhausen/landpixel
 1996 wurden in den USA die ersten gentechnisch veränderten Pflanzen ausgesät. 2014, zwanzig Jahre später stehen sie weltweit auf 181 Millionen Hektar. Auf Gv-Sojabohnen entfallen drei Viertel der Welt-Sojaerzeugung. Anfangs waren ausschließlich gv-Sorten mit Herbizidresistenzen auf dem Markt. Inzwischen sind in Nordamerika auch Sojabohnen mit veränderter Fettsäurezusammensetzung erhältlich. In Europa ist der Anbau gentechnisch veränderter Sojapflanzen verboten.

Auf 90,5 Millionen Hektar wird gv-Soja angebaut

Nach jahrelangen politischen und juristischen Auseinandersetzungen ist der Anbau von gentechnisch veränderten Sojabohnen in Brasilien seit 2006 gesetzlich geregelt. Seitdem sind die mit gv-Sorten bewirtschafteten Flächen steil angestiegen und haben inzwischen einen Anteil von mehr als 90 Prozent der Sojaproduktion erreicht. Bei Sojabohnen stieg die Anbaufläche für gv-Soja in 2014 gegenüber 2013 von 84,5 auf 90,5 Millionen Hektar, ebenso der Anteil der GVO-Flächen an der weltweiten Sojaerzeugung um drei auf nunmehr 82 Prozent. Mit einem Plus von mehr als einer Million Hektar ist Brasilien weiterhin der Motor für die Flächenzuwächse bei gv-Sojabohnen. Auch in anderen südamerikanischen Sojaerzeuger-Ländern wie Paraguay und Uruguay legten die GVO-Flächen weiter zu.

Herbizidtoleranz ist wichtigstes Merkmal von gv-Soja

Weltweit sind etwa 30 sogenannte Events gentechnisch veränderter Sojabohnen zugelassen, in den einzelnen Ländern unterschiedlich viele. Unter einem Event versteht man eine bestimmte transformierte Pflanzenzelle, aus der eine gentechnisch veränderte Pflanze hervorgeht. Herbizidtoleranz ist mit Abstand das kommerziell wichtigste Merkmal der gv-Sojabohnen. RoundupReady-Sojabohnen (Resistenz gegen Herbizide mit dem Wirkstoff Glyphosat) werden vor allem in Nord- und Südamerika seit mehreren Jahren großflächig angebaut. Inzwischen sind weitere gv-Sojabohnen erhältlich, die über Resistenzen gegen andere Herbizidwirkstoffe (Glufosinat, Imidazolinone, ab 2013 auch Dicamba) verfügen. 

Sojaschrot ist wichtigstes Futtermittel

Sojabohnen bestehen zu 80 Prozent aus Eiweiß. Dieser Teil wird zu Futtermitteln verarbeitet. Sojaschrot ist das wichtigste eiweißreiche Futtermittel in Europa. Im Regelfall besteht Mischfutter für Geflügel, Rinder und Schweine zu einem gewissen Anteil aus gv-Sojabohnen. Der übrige Teil der Sojabohnen sind Öle, die auch als Speiseöle verwertet werden. Sojaöle finden sich etwa in Margarine, Mayonnaise und Salatsoße.
Sojarohstoffe sind zudem Basis für eine Reihe spezieller Zutaten und Zusatzstoffe. So werden Lecithin und andere Emulgatoren oft aus Sojabohnen gewonnen. Solche Stoffe sind immer dann notwendig, wenn in einem Lebensmittel wässrige Lösungen und Fette miteinander verbunden werden müssen. Deswegen ist Lecithin - oft aus Sojabohnen - etwa in Eiskrem, Schokolade, Backwaren und Desserts enthalten. Vitamin E wird häufig aus Sojabohnen isoliert und in vitaminangereicherten Produkten sowie als Antioxidationsmittel in vielen fetthaltigen Lebensmitteln eingesetzt.

gv-Soja in Futtermitteln muss ab 0,9 Prozent gekennzeichnet werden

Futtermittel, die nicht vom eigenen Hof stammen und über den Agrarhandel bezogen werden, enthalten in der Regel Rohstoffe aus gentechnisch veränderten Pflanzen, vor allem aus Soja. Zudem werden zahlreiche Zusatzstoffe und Enzyme, die dem Futter beigemischt sind, mit Hilfe von gentechnisch veränderten Mikroorganismen hergestellt. Futtermittel müssen gekennzeichnet werden, wenn der Anteil an gentechnisch veränderten Organismen 0,9 Prozent überschreitet. Auch Futterzusätze sind auf der Verpackung zu deklarieren. 

Auch interessant