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Forst

Habeck: Wäldern in Schleswig-Holstein geht es besser

von , am
20.12.2012

Kiel - Der Zustand von Schleswig-Holsteins Wäldern hat sich in diesem Jahr weiter verbessert. Das geht aus dem Waldzustandsbericht hervor, den das Umweltministerium veröffentlicht hat.

Bis 2020 wird auf fünf Prozent der gesamten Waldfläche in Niedersachsen eine natürliche Waldentwicklung angestrebt. © Malburg
Die sogenannte Kronenverlichtung - der Indikator für das Ausmaß der Waldschädigung - ging im Durchschnitt von 20 Prozent im Jahr 2011 auf 16 Prozent zurück. Die Bäume verloren also weniger Blätter oder Nadeln als im Vorjahr. Damit hat sich der Zustand der Wälder seit 2004, wo mit 24 Prozent das höchste Kronenverlichtungsniveau des gesamten Beobachtungszeitraums gemessen wurde, kontinuierlich verbessert.
 
"Den Wäldern in Schleswig-Holstein geht es insgesamt gut. Wir müssen uns aber weiterhin anstrengen, um sie gesund zu halten", sagte Umweltminister Robert Habeck. Der Anteil starker Schäden für alle Baumarten (1,6 Prozent) und die Absterberate (0,2 Prozent) lagen 2012 auf einem insgesamt niedrigen Niveau.

Pilzkrankheit bedroht Eschen

Die Bäume profitierten dieses Jahr vor allem vom Witterungsverlauf: Ein trockenes, warmes und sonnenscheinreiches Frühjahr und viel Regen im Juni und Juli wirkten sich positiv auf die Kronenentwicklung aus. Für Probleme sorgt aber zunehmend die Esche. Eine aus Südeuropa eingewanderte Pilzerkrankung, das Eschentriebsterben, setzt den Eschen bundesweit zu, was letztlich zum Absterben der Bäume führen kann. Das Eschentriebsterben ist inzwischen in Schleswig-Holstein weit verbreitet, über das genaue Ausmaß liegen jedoch noch keine Erkenntnisse vor. Bundesweit untersuchen und forschen Forstwissenschaftler und andere Experten nach Ursachen und Strategien gegen die Pilzerkrankung.

Auch Eichen haben stark zu kämpfen

Im Jahr 2012 zeigten zwölf Prozent der älteren Eichen mittlere und starke Fraßschäden durch verschiedene Raupenarten. Dazu kommt in besonders feuchten Jahren der Eichenmehltau. Beides zusammen verhindert die Erholung und das Weiterwachsen der Eichen. Im Gegensatz dazu hat sich die Buche sehr gut erholt. Auch den sonstigen Laubarten wie Bergahorn, Linde und Hainbuche, Erle und Birke geht es relativ gut. "Um den Klimawandel zu verlangsamen, brauchen wir intakte Wälder. Sie spielen aber auch für die Erholung und die Bewirtschaftung eine große Rolle", sagte Habeck. Die Bewirtschaftung sollte nachhaltig und standortgerecht sein. "Wir dürfen beispielsweise Holz als nachwachsenden Rohstoff nur so weit nutzen, wie es der Nährstoffhaushalt des jeweiligen Waldes zulässt."

Wenn Waldböden sauer werden

Der Umweltminister bewertete es positiv, dass die Schwefeleinträge in die Waldökosysteme in den letzten Jahren deutlich zurückgegangen sind. So verringerte sich im Buchenwald Bornhöved der jährliche Schwefeleintrag von 22 Kilogramm pro Hektar (Mittel der Jahre 1989-1993) auf 10 Kilogramm (Mittel der Jahre 2006-2010). "Das zeigt, wie wichtig Maßnahmen zur Reinhaltung der Luft sind und wie erfolgreich sie sein können", sagte Habeck. Die Stickstoffeinträge liegen dagegen weiter bei 22 Kilogramm pro Hektar. "Die Schadstoffeinträge - etwa durch Nitrat - müssen reduziert werden, insbesondere in der Landwirtschaft", sagte Habeck. Schwefel und Stickstoff tragen in den Wäldern maßgeblich zur Bodenversauerung und zur Nährstoffauswaschung bei.

Den Wald der Zukunft gestalten

Der Wald bedeckt heute mit 160.000 Hektar etwa ein Zehntel der Landesfläche. Gut ein Viertel der Bäume sind Buchen, 14 Prozent sind Eichen, 17 Prozent sind Fichten und 8 Prozent Kiefern. Fichten sind als schnellwachsendes Holz seit Beginn des 19. Jahrhunderts angebaut worden, gelten aber als nicht standortgerecht. Fichtennadeln verstärken die Versauerung der Böden. Reine Nadelwaldbestände können zudem dem Klimawandel nicht so gut standhalten. Steigende Temperaturen, Witterungsextreme und Schädlingsbefall schaden Monokulturen mehr als vielfältigen, dem Standort angepassten Mischwäldern. Deshalb werden Wälder je nach Standort umgebildet.
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