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Aus der Wirtschaft

Harnstoff am Weltmarkt etwas billiger

von , am
10.11.2011

Die internationalen Spotmarktpreise für Harnstoff haben im Oktober nachgegeben. Eine Ursache für den Preisrückgang ist die Kaufzurückhaltung der Landwirte angesichts rückläufiger Getreidepreise.

Die Harnstoffpreise liegen gerade 30 Euro unter dem Vorjahr. © Mühlhausen/landpixel
Noch im
September mussten die Abnehmer mehr als 500 US-Dollar je Tonne zahlen.  Im Oktober kostete der Harnstoff am Schwarzen Meer dann nur noch 487 US-Dollar je Tonne. Damit macht sich offensichtlich die im Zuge der rückläufigen Getreidepreise schwächer werdende Nachfrage der Landwirte bemerkbar. So hatte Yara International für das dritte Quartal einen Absatzrückgang von 14 Prozent in Westeuropa gemeldet.
 
Außerdem dürften auch die Produktionskosten zurückgehen. In den USA sind die Preise für Erdgas, den wichtigsten Kostenfaktor bei der Mineraldüngerproduktion, von Juni bis Oktober jedenfalls um 20 Prozent gefallen und Rohöl hat sich um 15 Prozent bis 20 Prozent verbilligt. In Europa sind die Erdgaspreise allerdings hoch geblieben oder sogar nochmals gestiegen.

Versorgungslage angespannt

Bislang war die Versorgungslage bei Harnstoffdünger ziemlich angespannt, auch wenn sich angebotsseitig eine gewisse Entspannung abzeichnet. Dabei begrenzte vor allem der kräftige Rückgang der chinesischen Ausfuhren das globale Angebot spürbar.
 
Hohe Produktionskosten, logistische Problem an den Häfen sowie die Schließung von Produktionsstätten, führten zu einem Exportrückgang der Chinesen um mehr als 40 Prozent (Januar-August). Seit der Jahresmitte hat die Ausfuhr jedoch wieder zugenommen und auch im letzten Jahr erfolgte die Masse der chinesischen Ausfuhren (80 Prozent) erst in der zweiten Jahreshälfte.

Verbesserung des Angebots

Dr. Olaf Zinke/Marktanalyst dlv
In diesem Jahr haben jedoch Lieferprobleme Libyens und Rumäniens sowie zuletzt auch Pakistans, das Harnstoffangebot zusätzlich verknappt. Zudem kauft der weltweit größte Importeur Indien, vor der neuen Aussaat von Winterweizen (Oktober bis Dezember), aggressiv am Weltmarkt zu und hält die Preise oben.
 
Auch Brasilien importiert zum Beginn der neuen Saison verstärkt Harnstoff. Entlastung dürfte indessen die deutliche Ausweitung des Angebots aus Algerien und Quatar bringen. Diese Herkünfte sind zudem preiswerter als die Angebote vom Schwarzen Meer oder aus China.
 
 
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