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Glyphosatverbot

Hessen verbannt Glyphosat

Glyphosat auf Zwischenfrucht
am Montag, 13.08.2018 - 12:13 (Jetzt kommentieren)

Hessen will Vorbild sein. Auf den staatlichen Acker- und Forstflächen wird kein Glyphosat mehr gespritzt.

„Die Hessische Glyphosat-Ausstiegsstrategie bündelt verschiedene Maßnahmen mit dem Ziel, schnellst möglich den Einsatz von glyphosathaltigen Herbiziden in der gesamten hessischen Landwirtschaft sowie in hessischen Wäldern, Gärten und auf Freiflächen zu beenden“, sagte die Hessische Landwirtschafts- und Umweltministerin Priska Hinz vor kurzem. 

Hessen sieht sich, was den Glyphosat-Ausstieg betrifft, in einer Vorbildfunktion. Das Glyphosatverbort ist auf den vom Land bewirtschafteten landwirtschaftlichen Betrieben bereits vollzogen. „Bei Wiederverpachtungen von Staatsdomänen wird der Glyphosatverzicht zum Bestandsteil neuer Pachtverträge. Die Bestandspächter werden wir bei diesem Schritt individuell beraten und unterstützen“, so die Ministerin.

Hoher Beratungsbedarf zu Glyphosat-Alternativen

Das Beratungsangebot zu Glyphosat-Alternativen werde jedoch nicht nur von Pächtern der , Staatsdomänen genutzt, sondern auch von anderen Landwirten, berichtet das Ministerium. „Die große Nachfrage nach dieser Beratung zeigt, dass in der Landwirtschaft ein Umdenkprozess stattfindet. Die breite Öffentlichkeit sieht den Einsatz von Glyphosat ohnehin mehr als kritisch“, führte die Ministerin weiter aus. „Wir müssen die alternativen Ansätze zum Glyphosateinsatz verstärkt nutzen und weiterentwickeln“, ergänzte sie. So können zum Beispiel durch anbau- und kulturtechnischen Möglichkeiten (u.a. durch Fruchtfolge, Saat- und Pflanzzeitgestaltung, resistente Sorten), mechanisch/thermischen Verfahren und biologische sowie biotechnische Maßnahmen in das Anbaukonzept einbezogen und berücksichtigt werden.

Auch im Staatswald kein Glyphosat

Auch im Staatswald werde seit 2016 kein Glyphosat eingesetzt. Dies sei wichtig für den Erhalt und den Schutz der natürlichen Artenvielfalt. "Den Verzicht auf sonstige Pflanzenschutzmittel haben wir in der neuen Richtlinie für die Bewirtschaftung des Staatswaldes festgeschrieben und uns auch im Rahmen der FSC-Zertifizierung darauf verpflichtet“, erläuterte Ministerin Hinz. Nur noch in Ausnahmefällen und mit Genehmigung des Ministeriums können Pflanzenschutzmittel eingesetzt werden. 

„Viele Kommunen in Hessen verzichten freiwillig auf den Einsatz von glyphosathaltigen Pflanzenschutzmitteln bei der Pflege ihrer Grün- und Verkehrsflächen oder wollen dies zukünftig tun“, erklärte Hinz. Die Hessische Umweltministerin hat bereits im Jahr 2015 mit einem Erlass an den Pflanzenschutzdienst des Landes die Anwendung von Glyphosat im öffentlichen Raum weitgehend ausgeschlossen.

Mit Material von Agrarministerium Hessen

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