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Heuschrecken im Schwarm: Künftig Schädling in der Landwirtschaft?

Die Italienische Schönschrecke könnte künftig auch in Deutschland heimisch werden.
am Freitag, 14.10.2022 - 11:00 (Jetzt kommentieren)

Durch den Klimawandel kommen neue Tierarten nach Deutschland. Werden Heuschrecken künftig zum Schädling in der Landwirtschaft? Forscher haben das untersucht.

Durch die steigenden Temperaturen durch den Klimawandel kommen neue Tier- und Pflanzenarten nach Deutschland. Einige Arten bringen neue Probleme mit sich. Obstbauern fürchten den Japankäfer, Mediziner die Tigermücke und ihre Viren. In Südeuropa, etwa der ungarischen Tiefebene, treten auch Feldheuschrecken immer wieder als Schädlinge in der Landwirtschaft auf.

Forscher des Julius-Kühn-Instituts und des Instituts für nationale und internationale Angelegenheiten der Pflanzengesundheit haben nun untersucht, ob auch Heuschrecken künftig in Mitteleuropa heimisch werden könnten.

Wo könnten sich Heuschrecken ausbreiten?

Schon in früheren Jahrhunderten traten Feldheuschrecken in Deutschland einige Male als Ernteschädling auf. Sie bevorzugen trockenes und warmes Klima. Die Forscher untersuchten sechs verschiedene Szenarien und 20 Standorte in ganz Deutschland. Sie könnten sich potenziell als Lebensraum für drei Arten eignen:

  • Italienische Schönschrecke,
  • Marokkanische Wanderheuschrecke und
  • Europäische Wanderheuschrecke.

In den Modellierungen zeigte sich, dass sich vor allem die Italienische Schönschrecke stark verbreiten könnte. Bei den anderen beiden Arten erwarten die Wissenschaftler höchstens kleine Populationen. Auf

  • 23 Prozent der Ackerfläche,
  • 9 Prozent des Grünlands und
  • 15 Prozent der Weinbaufläche

könnten Heuschrecken künftig potenziell die Ernteerzeugnisse bedrohen. Potenziell betroffene Standorte liegen vor allem in südlichen Bundesländern wie Baden-Württemberg oder Bayern.

Wie hoch ist das Risiko von Heuschrecken als Ernteschädling?

Da das Grünland in Deutschland bislang sehr intensiv genutzt wird, gibt es momentan kaum Standorte, an denen sich die Insekten vermehren könnten. Sollte es in Zukunft aufgrund von Umweltschutzbemühungen mehr Brachflächen geben, könnte sich das aber ändern.

Insgesamt schätzen die Forscher die Wahrscheinlichkeit, dass Heuschrecken in Deutschland zum größeren Risiko werden, als gering ein. Trotzdem wollen sie weiter an Heuschrecken forschen und etwa mögliche Migrationsrouten oder Schwarmbildungen im Ausland untersuchen. Sie empfehlen, Konzepte zur Prävention einer Invasion von Heuschrecken zu entwickeln.

Mit Material von JKI

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