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Forst

Holzhandel bis 31. März melden - sonst droht Bußgeld

von , am
22.03.2014

Hamburg - Ein Jahr Holzhandelssicherungsgesetz in Deutschland: In den ersten zehn Monaten wurden über 150 Prüfungen durchgeführt und Mängel festegestellt. Verstöße will die BLE ab April 2014 sanktionieren.

Der illegale Holzeinschlag hat wirtschaftliche, ökologische und soziale Folgen für die globalen Waldbestände. © Eva Eckinger
Laut Vereinten Nationen und Interpol beläuft sich der Wert von illegal eingeschlagenem Holz jährlich auf bis zu 100 Milliarden Euro. Die EU-Holzhandelsverordnung (EUTR) geht gegen diesen Missstand an. Das Inverkehrbringen von illegal geschlagenem Holz ist seit dem Inkrafttreten der Verordnung im März 2013 verboten. Mitte der Woche trafen sich über 140 Mitglieder der Holzbranche aus Deutschland und der EU in Hamburg. Sie diskutierten über ihre Erfahrungen mit dem Gesetz.

25 Verstöße festgestellt

Seit einem Jahr ist die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) in Deutschland zuständig, die Holzeinfuhr durch Marktteilnehmer auf der Grundlage des nationalen Holzhandelssicherungsgesetzes zu kontrollieren. In den ersten zehn Monaten nach Inkrafttreten des Holzhandelssicherungsgesetzes hat der BLE-Prüfdienst über 150 Prüfungen durchgeführt. Dabei wurden rund 100 Proben von Holz oder Holzerzeugnissen gezogen und zur Bestimmung der Holzart an das Thünen-Institut geschickt.
 
Die Wissenschaftler konnten in fünf Fällen falsch deklarierte Hölzer oder Holzprodukte feststellen. In drei Fällen handelte es sich um Sperrhölzer aus Asien. Die BLE stellte bei rund 25 Marktteilnehmern Verstöße gegen die EUTR fest.

Ab 2014 drohen Sanktionen

Die BLE leitete bei den im Jahr 2013 festgestellten Mängeln noch keine Ordnungswidrigkeitsverfahren ein. Die EU-Kommission hatte zudem bis August 2013 noch keine Überwachungsorganisation zugelassen, die die Firmen bei der Umsetzung hätten unterstützen können.
 
Ab 2014 wird die BLE allerdings festgestellte Mängel bei entsprechenden Voraussetzungen als Ordnungswidrigkeit verfolgen. Wie die BLE meldet, haben betroffene Marktteilnehmer bis zum 31. März 2014 Zeit, sich bei der BLE zu melden. Andernfalls wird ein Bußgeldbescheid erteilt.
 
Aus Sicht des Gesamtverbandes Deutscher Holzhandel hat sich das Gesetz etabliert und die Überwachung funktioniere, berichtet die BLE. Dennoch dürften keine Handelshemmnisse aufgebaut werden. Kritisch gesehen wurde von den Teilnehmern die ungleiche Umsetzung der EUTR in den Mitgliedstaaten.

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