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IGC: Mehr Weizen, weiter Rekordernte bei Mais

© Norbert Anspach/aboutpixel
von , am
03.09.2013

Der Internationale Getreiderat schätzt die Weizenernte in seiner neuen Schätzung größer ein - damit nähert man sich der Rekordernte von 2011/12. Die Maisernte erreicht einen neuen Rekordwert.

© Mühlhausen/landpixel
Der Internationale Getreiderat (IGC) hat die globale Weizenernte für das neue Wirtschaftsjahr 2013/14 Ende August um weitere vier Millionen Tonnen auf 691 Millionen Tonnen (Mio. t) nach oben gesetzt. Damit ist man gar nicht mehr weit von der Rekordernte des Jahres 2011/12 entfernt.
 
Als Grund für die erneute Aufwärtskorrektur der globalen Weizenproduktion nannte der IGC die über den letzten Erwartungen liegenden Ernten in der Ukraine, Kasachstan, der EU und Kanada.
Bilanz bleibt sehr eng
 
Den Verbrauch von Weizen hat der IGC im August um zwei Millionen Tonnen nach oben gesetzt und geht damit erstmals auch von einem kleinen Produktionsüberschuss aus. Entsprechend könnte es nach den Daten des IGC auch einen marginalen Bestandsaufbau geben. Damit bleibt die Bilanz jedoch (trotz der sehr guten Ernte) weiterhin sehr eng und die erwarteten Endbestände sind immer noch fast zehn Prozent kleiner als im Wirtschaftsjahr 2011/12.
 
Neuer Preisdruck
 
In Europa hatten die Weizenpreise (am Terminmarkt) zum Beginn der letzten August-Woche kurzeitig die Marke von 190-Euro übersprungen. Kurz vor dem Monatswechsel war das Niveau jedoch schon wieder unter 188 Euro abgesackt. Ein Grund für den erneut aufkommenden Preisdruck ist die sehr gute Ernte in der EU.
 
Erheblichen Einfluss auf die Weizenpreise hat derzeit jedoch die Entwicklung am US-Mais- und Sojamarkt. Dort waren die Kurse mit den ungünstigen Wetteraussichten für den US-Mittelwesten in der letzten Woche kräftig gestiegen. Am Ende der letzten August-Woche brachten vereinzelte Regenfälle in den US-Hauptanbaugebieten die Preise jedoch erst einmal wieder wiederetwas ins Rutschen.
 

Mais: Keine Abstriche an der Rekordernte

Die globale Maisernte hat der IGC für das neue Wirtschaftsjahr 2013/14 Ende August um drei Millionen Tonnen auf 945 Mio. t nach oben gesetzt. Damit haben die Analysten des IGC überraschenderweise keine weiteren Auswirkungen der derzeitigen Trockenheit auf die neue US-Maisernte unterstellt.
 
Gleichzeitig stimmt die IGC-Schätzung mit der USDA-Prognose von Mitte August überein. Eine ganze Reihe von privaten Analysten in den USA hatten ihre Erwartungen an die neue US-Ernte angesichts der sehr ungünstigen aktuellen Witterungsverhältnisse gesenkt und liegen mehr weniger deutlich unter der aktuellen Prognose von USDA und IGC. Vieles wird vom weiteren Witterungsverlauf im September abhängen.
Produktion übersteigt Verbrauch deutlich
 
Mit den Ende August vom IGC erwarteten 945 Mio. t erreicht die globale Maisernte nicht nur einen neuen Rekordwert sondern die weltweiten Bestände wachsen ebenfalls kräftig an. Der aktuelle Produktionszuwachs gegenüber der Juli-Schätzung wird vom IGC mit größeren Ernten in Argentinien, Paraguay und einigen asiatischen Ländern begründet.
 
Maispreise schwanken sehr stark
 
Die Exportpreise für Mais haben an den internationalen Märkten im August sehr stark geschwankt. Von Ende Juli bis Mitte August fielen die Maispreise zunächst um fast zehn Prozent. Danach ging es bis Ende August wieder um rund neun Prozent aufwärts. Kurz vor dem Monatswechsel lagen die Exportpreise für Mais etwa vier Prozent unter den Preisen von Ende Juli. Gegenüber den Maispreisen von Juni sind die derzeitigen Exportpreise jedoch 23 Prozent (%) niedriger. Im Vergleich zum Vorjahr (August 2012) beträgt der Preisabschlag knapp 30 %. Preisniveau in den USA sehr niedrig
 
Am europäischen Terminmarkt in Paris kostete die neue europäische Ernte am 30. August gut 170 Euro und damit deutlich weniger als zum Beginn der Woche und etwas mehr als vor vier Wochen (168 Euro).
 
 

Marktreport: Steigende Getreidepreise und Futterkosten

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