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Ärgernis

Immer mehr Hundekot auf Feldern

dpa/Katharina Krenn/agrarheute
am
12.07.2016

Immer öfter beklagen Landwirte, dass ihre Felder und Wiesen als Hundeklo missbraucht werden – mit fatalen Folgen. Der Hundekot kann unter Umständen zu Totgeburten bei Rindern führen.

Wenn Landwirt Engelbert Annegarn Spaziergänger mit Hunden anspricht, dass sein Feld kein Hundeklo sei, erntet er oft Achselzucken. ""Ist doch guter Dünger" oder "Ist doch mitten in der Natur" kriege ich dann zu hören." Doch dort, wo man wie Annegarn Zaun an Zaun mit der Stadt wohnt, ist die Masse der Hundehaufen auf Heuwiesen und Äckern längst zum Problem geworden. "Wir sind umzingelt von Hundehaltern", sagt er.

In den sozialen Netzwerken geben Hundebesitzer mittlerweile sogar Tipps, wo sich Felder finden, um den Hund frei laufen zu lassen zu können.

Ein hygienisches Problem

Hundekot - erst recht kurz vor der Ernte - ist ein hygienisches Problem, warnen Westfälisch-Lippischer und Rheinischer Landwirtschaftsverband. Verunreinigtes Heu würde das Vieh gelegentlich verweigern, sagt Susanne Schulze Bockeloh, Vorsitzende des Kreisverbands Münster.

Manche Landwirte fürchten sogar, dass der Kot für Totgeburten ihrer Rinder verantwortlich sein könnte. Mit Schildern und Aufklärung wollen sie jetzt ihre Felder endlich frei vom Hundedreck bekommen.

Hundekot kann Erreger übertragen

Ein Erreger bereitet den Landwirten besondere Sorge: Neospora caninum wird durch den Hund übertragen und kann tatsächlich bei Rindern Totgeburten verursachen. Laura Jacobs vom Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverband berichtet von Bauern aus dem dicht besiedelten Kreis Recklinghausen, die bis zu zehn Kälber aufgrund des Erregers verloren hätten. Welche Rolle der Hundekot dabei spielt, ist jedoch unklar.

Übertragung eher durch Hofhund

Nach Untersuchungen des Friedrich-Loeffler-Instituts ist das Risiko, dass ausgerechnet Hunde in Privatbesitz die Krankheit übertragen, allerdings sehr gering. "Wenn überhaupt ist es eher der Hofhund, der sich ansteckt und die Krankheit weitergibt", sagt Franz Conraths, Parasitologe beim Friedrich-Loeffler-Institut. Die Gefahr, dass er auf einem Rinderhof infiziertes Fleisch fresse, sei größer. Diese Nähe fehle dem Stadthund.

Doch das Grundproblem bleibt: "Was frisch aus dem lebenden Organismus kommt, ist etwas anderes als Gülle". Die wird erst gelagert, so dass viele Erreger und Bakterien ihre Ansteckungsfähigkeit verlieren, bevor sie auf die Felder gebracht werden.

Es wird immer mehr

Die Landwirte an Münsters Stadtrand glauben, dass es schlimmer wird mit den Hundehaufen: "Auf manchen unserer Flächen liegt alle paar Meter einer", klagt Biolandwirtin Daniela lütke Jüdefeld. Sie ist verunsichert: "Ich weiß doch gar nicht, welche Schadstoffe über den Hundekot auf unsere Felder kommen. Dass die Leute den Lebensmitteln so wenig Wertschätzung entgegenbringen, kann ich nicht verstehen."

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