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Beregnung

Mit Infrarot gegen Trockenstress

Bewässerung bei Abendstimmung
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Anne Ehnts, agrarheute
am
09.08.2018

In Uelzen werden interessante neue Ansätze zur gezielten Beregnung im Kartoffelanbau verfolgt - unter anderem "Stresstests" mit Infrarotsensoren.

Etwa ein Viertel der deutschen Speisekartoffelproduktion findet in Nordostniedersachsen unter intensiver Feldberegnung statt. So werden im Landkreis Uelzen, Niedersachsen, etwa 90 Prozent der Ackerfläche aufgrund der leichten Sandböden bewässert. Genau dort wird jetzt im Rahmen eines Forschungsprojektes untersucht, wie sich die Beregnung möglicherweise gezielter durchführen lässt um am Ende Wasser zu sparen.

Ziel des Projektes "Sensorgestützte Beregnungssteuerung in Kartoffeln" sind Erkenntnisse, ob sich die berührungslose Messung der Bestandestemperatur als Grundlage für Beregnungsentscheidungen eignet und wie sich die Technik im landwirtschaftlichen Betriebsablauf integrieren lässt.

Infrarotsensorik gegen Trockenstress

Zum Einsatz kommen Infrarotsensoren. Sie sollen anzeigen, ob und wie viel Wasser die einzelne Kartoffel braucht, um daraus eine Empfehlung zur gezielten und sparsamen Beregnung abzuleiten. Dazu messen die Sensoren die Blatttemperatur der Pflanzen. Sie passen ihre Temperatur in der Regel der Umgebungstemperatur an. Hat die Pflanze Stress, zeigt sie dies durch eine erhöhte Temperatur an. Die Blatttemperatur kann also Rückschlüsse auf trockenheitsbedingten Stress liefern.

Was genau wird gemessen und verglichen?

Neben der Bestandstemperatur wird der Crop Water Stress Index (CWSI) in mehreren Beregnungsversuchen sowie auf Praxisflächen gemessen.

Begleitend erfolgen Messungen des Bodenwassergehalts, des Pflanzenwachstums, des relativen Wassergehalts (RWC), des Blattwasserpotentials (Psi) sowie Bildaufnahmen mit einer Farb- und einer Thermalkamera. Mit diesen Daten wird die Qualität der CWSI-Messung untersucht und das Messverfahren bewertet und optimiert. In Zusammenarbeit mit einem Praxisbetrieb wird die neue Messtechnik in den betrieblichen Ablauf integriert und getestet.

Möglicherweise auch für andere Kulturarten interessant

Das Projekt fokussiert auf die Kartoffelproduktion in Nordostniedersachsen. Die Ergebnisse können jedoch auch für andere Kulturarten und in anderen deutschen und weltweiten Anbaugebieten relevant sein. 

Am Forschungsprojekte "Sensorgestützte Beregnungssteuerung in Kartoffeln" sind das Johann Heinrich von Thünen-Institut aus Braunschweig, die Landwirtschaftskammer Niedersachsen sowie Wasserbauexperten der Ostfalia Hochschule in Suderburg (Landkreis Uelzen) beteiligt.

Mit Material von LWK Niedersachsen, Thünen-Institut

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