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Jakobskreuzkraut beginnt jetzt zu blühen

von , am
12.06.2014

Kiel - Das Jakobskreuzkraut ist eine heimische Pflanze. In den letzten Jahren hat es sich allerdings stark ausgebreitet. In großen Konzentrationen kann es zu Gesundheitsschäden führen.

Jakobskreuzkraut ist giftig und enthält sogenannte Pyrrolizidinalkaloide, die in hoher Anreicherung gesundheitsschädigend sein können. © Christian Fischer
"Jakobskreuzkraut ist eine heimische Pflanze in Schleswig-Holstein. Sie hat sich aber in den letzten Jahren sehr stark ausgebreitet. Alle Verantwortlichen für Flächen sind deshalb aufgefordert, mit geeigneten Bekämpfungsmaßnahmen gegen eine weitere Ausbreitung vorzugehen", sagt Schleswig-Holsteins Umweltminister Robert Habeck.
 
Vor dem Hintergrund des frühen Endes der Obst- und Rapsblüte hat das Ministerium alle öffentlichen Liegenschaftsverwaltungen wie Kreise, Gemeinden und öffentlich-rechtlichen Stiftungen angeschrieben, damit die dort Verantwortlichen geeignete Maßnahmen ergreifen, um die weitere Ausbreitung von Jakobskreuzkraut soweit wie möglich zu behindern. Dazu gehören insbesondere Mahd oder Mulchen.

Ausbreitung soll eingedämmt werden

Zudem weist die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein, die landesweit Naturschutzflächen besitzt, ihre Pächter nochmals auf die mit dem Jakobskreuzkraut verbundene Problematik hin. Sie wird darüber hinaus einen Fachmann benennen, der in den kommenden Monaten insbesondere für die Imkerinnen und Imker in Schleswig-Holstein als zentraler Ansprechpartner dient und dabei hilft, einvernehmliche Lösungen für Stiftungsflächen mit stärkerem Kreuzkrautbesatz zu entwickeln.

Gefährliche Pyrrolizidinalkaloide

Das Jakobskreuzkraut beginnt in wenigen Wochen zu blühen; es wächst an Bahndämmen, Straßenrändern, landwirtschaftlichen Flächen oder auch Naturschutzflächen.
 
Jakobskreuzkraut enthält sogenannte Pyrrolizidinalkaloide (PA), die in hoher Anreicherung gesundheitsschädigend sein können. Es kann in Heu und Silage gelangen und daher insbesondere bei Pferden Krankheiten verursachen. Zudem können Pyrrolizidinalkaloide über Bienen, die Jakobskreuzkraut als Pollen-und Nektarlieferant anfliegen, in Honig gelangen.

Giftstoffe auch in Honig?

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) und das Bundesinstitut für Risikobewertung kommen jedoch zu dem Schluss, dass der durchschnittliche Verzehr von Honig kein gesundheitliches Risiko darstellt. Aufgrund der vorliegenden Bewertungen ist bei üblichen Verzehrmengen nicht davon auszugehen, dass von Honig aus Schleswig-Holstein eine Gesundheitsgefährdung ausgeht. Minister Habeck machte klar, dass vor allem die geringe Blütenvielfalt nach Ende der Raps- und Obstblüte in der Agrarlandschaft das eigentliche Problem für die Imkerei darstellt.

Jeder kann was tun

"Das Land wird immer intensiver bewirtschaftet, es werden nur wenige Feldfrüchte angebaut. Blühflächen als Bienenweiden sind verloren gegangen", sagte Habeck. Die Folge: Zwar gehört Jakobskreuzkraut nicht zu den bevorzugten Trachtpflanzen für Honigbienen, aber weil sie im Sommer immer weniger Alternativen haben, sind sie fast gezwungen, Standorte mit Jakobskreuzkrautvorkommen anzufliegen. So kann auch jede/r Gartenbesitzer/in durch einen blütenreichen Garten dazu beitragen, den Bienen eine Alternative zu bieten. "Wir müssen die Artenvielfalt verbessern", sagte Minister Habeck. Das Ministerium wird daher auch 2014 das bundesweit beachtete Pilotprojekt "Greening für Bienen" fördern.

Mehr Blütenflächen für Bienen

In einer Kooperation von 70 Landwirten und Imkern werden dieses Jahr landesweit rund 43 Hektar "Blühflächen" angelegt, die für ein reichhaltiges Pollen- und Nektarangebot in den Sommermonaten sorgen sollen. Im Mittelpunkt dieses mit Naturschutzmitteln finanzierten Pilotprojekts steht die Kooperation von Landwirten und Imkern, die eine spezifische Saatgutmischung erproben, um nach Ende der Raps- und Lindenblüte Honig- und Wildbienen ein attraktives Pollen- und Nektarangebot zu bieten. In diesem Jahr wird die landesweite Erfolgskontrolle des Pilotprojekts um eine Analyse der in die Bienenstöcke eingetragenen Pollen sowie eine systematische Analyse des Sommerhonigs auf Pyrrolizidinalkaloide ergänzt, um die Datenbasis zu erweitern. Außerdem nimmt Schleswig-Holstein an einem bundesweiten Monitoring teil, in dessen Rahmen erstmals auch auf Pyrrolizidinalkaloide in Honig untersucht wird.
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