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Glyphosat

Kärnten erarbeitet Glyphosat-Verbot in der Landwirtschaft

Glyphosat auf Zwischenfrucht
© agrarfoto
von , am
01.12.2017

Im Landratsamt Kärnten wird derzeit eine Verwendungsbeschränkung für Glyphosat gemäß des Pflanzenschutzmittelgesetzes ausgearbeitet. Das Verbot gelte dann aber nur für Landwirtschaft, die maximal 15 Prozent der ausgebrachten Glyphosatmenge verantwortlich ist.

Wie die ÖVP Kärnten mitteilt, habe sie "eine Möglichkeit gefunden, Glyphosat für Kärnten verbieten zu können. Die Agrarabteilung formuliert eine entsprechende Verordnung im Rahmen des Pflanzenschutzmittelgesetzes", teilte Agrarlandesrat Christian Benger (ÖVP) am Donnerstag in einer Pressemitteilung mit. Die Verwendungsbeschränkung wird gemäß § 11 des Pflanzenschutzmittelgesetzes formuliert. Sobald die Verordnung fertig ist, werde Benger sie unterschreiben und dringlich in die nächste Regierungssitzung einbringen.

Kärnten: 85 Prozent der Glyphosatmenge im nicht agrarischen Bereich

Er könne das Glyphosatverbot allerdings nur für die Landwirtschaft formulieren. 85 Prozent der Glyphosatmenge wird in Kärnten aber im nicht agrarischen Bereich angewendet, sondern auf Straßen, Bahnstrecken, in Parks und Privathaushalten. Dafür sei Landesrat Rolf Holub von den Grünen zuständig. Maximal 3 Prozent des Glyphosatmenge wird in Kärnten auf Ackerflächen außerhalb der Pflanzzeit ausgebracht. "Die Landwirtschaft ist also definitiv nicht der Hauptverwender und damit kann damit auch nicht zum Sündenbock gestempelt", stellt sich Benger vor die Kärntner Bauern.

Ob tatsächlich ein Glyphosat-Totalverbot umsetzbar sei, bleibt allerdings auch Holub zufolge weiter fraglich. Der Umweltlandesrat erwägt aus diesem Grund zumindest eine Anwendungseinschränkung für sensible Bereiche, die allerdings von der EU notifiziert werden müsse.

Mit Material von ÖVP, ORF
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