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Aus der Wirtschaft

Kalidünger: China und Indien wollen nicht kaufen

© krick/agrar-press
von , am
31.10.2012

An den globalen Spotmärkten für Kalidünger übersteigt das Angebot die Nachfrage. Grund ist die Verschiebung neue Kontraktabschlüsse mit Indien und China.

© Mühlhausen/landpixel
Der globale Absatz von Mineraldünger hat sich trotz der hohen Getreidepreise nicht so gut entwickelt wie viele Hersteller erwartet hatten. Ende Oktober hat nun auch die kanadische Potash Corp., der größte Mineraldüngerhersteller der Welt, seine Ergebnisprognose für Gesamtjahr 2012 gesenkt. Grund sind in diesem Fall insbesondere die deutlich kleineren Verkaufsmengen von Kalidünger nach China und Indien. Aber auch in Nordamerika waren die Lagerbestände an Kalidünger zuletzt höher als zuvor erwartet.

Indien und China kaufen weniger

Damit ist der weltweite Markt für Kalidünger derzeit sehr gut versorgt obwohl zahlreiche große Kalihersteller ihre Produktion zuletzt deutlich gedrosselt haben. Ausschlaggebend für die Angebotsüberhänge sind die zeitlichen Verschiebungen der Kontraktabschlüsse mit den beiden weltweit größten Einkäufern Indien und China. Die Rückstellung der Einkäufe führt zu einem kräftigen Rückgang der nordamerikanischen Exporte.
 
Für das Gesamtjahr hat allein Potash die Ausfuhrmenge deshalb von zuletzt 53 bis 56 Millionen Tonnen (Mio. t) auf jetzt 50 bis 52 Mio. t zurückgenommen. Vor diesem Hintergrund dürfte es außerdem zu weiteren Produktionskürzungen kommen. Der Preis für KCL-Dünger bewegte sich zuletzt in Vancouver (Spot) zwischen 460 und 490 US-Dollar pro Tonne und an den russischen Ostseehäfen zwischen 450 und 480 US-Dollar pro Tonne.

China baut eigene Produktion aus

Trotz der rückläufigen Importe hat China nach Einschätzung von Analysten und Produzenten in diesem Jahr mehr Kalidünger verbraucht als im letzten Jahr. Ein wesentlicher Grund für die rückläufigen Einfuhren ist offenbar der kräftige Ausbau der eigenen Produktion. Hinzu kommen wohl auch mehr Importe aus Russland (Uralkali) per Bahn sowie der Rückgriff auf die vorhandenen Lagerbestände. Ein neuer Kontraktabschluss mit China wird von der Potash-Geschäftsführung nicht vor Ende des Jahres erwartet und hängt sicher auch von der weiteren Preisentwicklung ab.

Indien wartet auf bessere Preise

Dr. Olaf Zinke/Marktanalyst dlv
Indien muss den Bedarf an Kalidünger - anders als China - vollständig über Importe decken. Dennoch hat die verantwortliche indische Einkaufsorganisation den Abschuss eines neuen Lieferkontraktes verschoben. Offenbar war den indischen Einkäufern der im vorigen Quartal vom nordamerikanischen Vermarktungskonsortium Canpotex Ltd. verlangte Kontraktpreis von 490 US-Dollar pro Tonne zu hoch.
 
Neben der schwachen Nachfrage aus der Landwirtschaft selbst hat hier wohl auch die weitere Abwertung der indischen Währung zur Kaufzurückhaltung beigetragen. Die offensichtliche Nachfrageschwäche am globalen Kalimarkt hat zuletzt auch zu weiteren Rücknahmen der Preisprognosen für Kalidünger am Weltmarkt geführt. Mittelfristige Analystenschätzungen bewegen (KCL) sich etwa bei 450 US-Dollar pro Tonne und damit deutlich unter den derzeitigen Preisen.
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