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Frühkartoffelanbau

9 Tipps zum Legen von Kartoffeln

Legen von Kartoffeln
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Karl Bockholt, agrarheute
am
05.04.2018

Die Anbauer sind vorbereitet. Erste Frühkartoffeln sind bereits im Boden. Wenn die Saison beginnt, sollten Sie wichtige Empfehlungen zum Pflanzen beherzigen.

Nach den klassischen Frühkartoffelregionen sind auch im Rheinland erste Knollen bereits im Boden. Die Schönwetterperioden im März haben viele Betriebe bereits zum Pflanzen genutzt. Meist waren das noch kleinere Mengen von Direktvermarktern.

Um mit frühen Sorten hohe Preise zu erzielen, müssen die Knollen bald in den Boden.

1. Bisher kein Zeitdruck

Für die Haupternte besteht noch kein Zeitdruck. Bis zum Legen der Pflanzknollen wird es nach der aktuellen Boden- und Witterung noch etwas dauern. Die Natur ist gegenüber dem langjährigen Mittel etwa zwei Wochen zurück.

2. Weite Fruchtfolge einhalten

Für nässegefährdete Flächen sind fäulnisresistentere, früher reifende Sorten zu wählen. Eine weite Fruchtfolge reduziert Schaderreger.

Bei konkretem Befallsverdacht sind alle Untersuchungsmöglichkeiten zu nutzen. Ein hoher Besatz mit Durchwuchskartoffeln vergrößert im Übrigen das Risiko bei der Vermarktung.

3. Nicht in feuchten Boden legen

Zu frühe und zu feuchte Bodenbearbeitung führt am Ende nicht automatisch zu einer früher vermarktungsfähigen Ernte. Vielmehr löst sie eher Wachstumsprobleme während der Vegetation aus.

Der Boden muss über die gesamte Arbeitstiefe abgetrocknet sein. Unter Umständen ist er in mehreren Schritten zu bearbeiten. Ein zu feuchter Zustand verschmiert den Boden beim Legen im Bereich der Furchenzieher und beim Dammaufbau.

4. Boden richtig lockern

Kartoffelpflanzen brauchen einen lockeren Boden. Sie benötigen ausreichend Sauerstoff für gutes Wachstum. Nur damit wehren sie Schaderreger aktiv ab. Bei zu feuchtem Boden lässt auch die Wirkung der Beizung deutlich nach.

5. Temperaturen messen

Lufttemperatur ist nicht gleich Bodentemperatur. Wichtig ist, vorher zu messen und die Wachstumsgrenzen der Keime zu beachten. Sie liegen laut Versuchsstadion Dethlingen (VSD) im niedersächsischen Munster bei

  •  10 °C bei nicht konditionierten Knollen
  •  8 °C bei keimgestimmten Kartoffeln,
  •  5 °C bei vorgekeimten Knollen.

6. Richtig vorkeimen

Für das Vorkeimen bekommen die Pflanzkartoffeln zunächst einen dreitägigen Wärmestoß bei 20 °C Raumtemperatur. Anschließend werden sie kräftig belichtet. Dadurch bildeten sich pro Knolle vier bis sechs kräftige Keime. Das bedeutet einen Wachstumsvorsprung von ein bis zwei Wochen gegenüber nicht-vorgekeimten Knollen.

Die allerersten Kartoffeln dieser Saison werden je nach Witterung den Kunden etwa im Rheinland möglicherweise schon zu Pfingsten angeboten.

7. Triebkraft erhalten

Hohe Triebkraft ersetzt keinen schlechten Bodenzustand. Schonende Aufbereitung und anschließende Wundheilung zählen. Sorten- und partienspezifische Konditionierung ist wichtig für Keimfreudigkeit, Augentiefe, Wasserverluste und Temperaturregelung.

8. Auflaufprobleme vermeiden

Die kühlen Temperaturen haben seit etwa Mitte Dezember auch in den Pflanzgutlagern ohne maschinelle Kühlung eine weitgehend konstante Temperaturführung ermöglicht. Das physiologische Altern der Knollen lief in normalen Bahnen ab.

Im Einzelfall entscheiden daher vor allem der Temperaturstress während des Wachstums sowie die Ernte- und Einlagerbedingungen über das physiologische Alter der jeweiligen Partien.

9. Auf Fäule achten

Mit späterem Erntetermin und feuchteren Rodebedingungen stieg das Risiko eines latenten Befalls mit dem Nassfäuleerreger an. Dass kann vor allem in einem feuchten Frühjahr zu erheblichen Auflaufproblemen führen.

Mit Material von VSD Munster, LWK NRW

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Aktuelles Heft Dezember 2018

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