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Kartoffeln

Auflaufschäden erkennen und korrekt behandeln

von , am
09.05.2013

Oldenburg - In Niedersachsen sind die Kartoffeln für das Vegetationsjahr 2013 nach witterungsbedingt verzögertem Beginn mittlerweile weitestgehend gepflanzt und laufen demnächst auf.

Bald werden die Kartoffelfelder ergrünen. © Mühlhausen/landpixel
Wie in jedem Jahr wird es auch 2013 Bestände geben, die nicht optimal auflaufen, schreibt die Landwirtschaftskammer (LWK) Niedersachsen in ihrem aktuellen Hinweis zum Integrierten Pflanzenschutz. Ursachen könnten demnach unter anderen Befall mit Fusarien und/oder Rhizoctonia - aber auch abiotische Faktoren (zum Beispiel innere Mängel durch die Aufbereitung relativ kalter Pflanzknollen) sein.
 
Vor diesem Hintergrund komme einer frühzeitigen, noch vor dem Auflaufen beginnenden Kontrolle der Kartoffelanbauflächen eine hohe Bedeutung zu, rät die Landwirtschaftskammer. Um mögliche wirtschaftliche Verluste in Grenzen zu halten, sei eine rechtzeitige Feststellung mangelnder Keim- und Auflaufraten zwingend erforderlich. Dieses gelte vor allem für die früh bestellten Flächen und für die eher "kalten Böden".
 
Die Kontrollmaßnahmen seien nach den teils erheblichen Problemen in den letzten Jahren von besonderer Bedeutung. Häufig werde bei Auflaufschäden nachgepflanzt. Diese Maßnahme sei umso effektiver, je früher sie vorgenommen werden könne. Bei Rhizoctoniabefall könne zudem ein Abflachen der Dämme den Auflauf fördern.

Auf "Wurzeltöter-Symptome" achten

Für die diesjährige Unkrautbekämpfung stehe nur eine nach wie vor eingeschränkte und nicht immer ausreichend vielseitige Herbizidpalette zur Verfügung. Neu hinzugekommen ist laut LWK lediglich Sencor Liquid, die Flüssigformulierung des Sencor WG. Zu beachten sind die etwas höheren Aufwandmengen aufgrund der geringeren Wirkstoffkonzentration. Anwendungsmöglichkeiten und -auflagen sind dagegen unverändert geblieben. Das seit 2010 in Kartoffeln einsetzbare Tacco steht in diesem Jahr nur noch in begrenzter Menge zur Verfügung und wird trotz der erst Ende 2017 auslaufenden Zulassung schon ab 2014 nicht mehr vermarktet.

Situation richtig einschätzen

 
Grundsätzlich sind laut Landwirtschaftskammer Niedersachsen auch bei der Unkrautbekämpfung 2013 folgende Kriterien zu beachten:
  • die Beurteilung des Standortes (Bodenart, Humusgehalt, Austrocknungsgefahr)
  • die Zusammensetzung der erfahrungsgemäß zu erwartenden beziehungsweise vorhandenen Unkrautgesellschaft (Leitunkräuter)
  • die Einhaltung der Anwendungsvorschriften der verschiedenen Mittel und Mittelkombinationen
Weiterhin gelte, dass die Bekämpfung der Ungräser zwar kostenintensiv aber durchaus möglich sei, während es bei der Bekämpfung dikotyler Unkräuter bei ungünstigen Standortfaktoren und/oder in aus irgendwelchen Gründen lückigen und konkurrenzschwachen Beständen zu Problemen kommen könne.
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