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Phytophthora

Braunfäule im Kartoffellager verhindern

fungizideinsatz in Kartoffeln
© agrarfoto
von am
01.08.2017

Werden Phytophthora-Pilze von befallenen Pflanzen in den Boden gespült, droht Braunfäule der Knollen. Landet die im Lager, ist das Problem groß. Hier unsere Tipps.

Hochsaison für Krautfäule: Mit regelmäßiger Bestandskontrolle, Warndiensten und Spritzung auf den Punkt haben Kartoffelanbauer den Blattbefall gut im Griff. Schließlich ist der Bestand massiv bedroht, falls Phytophthora durchbricht. Neben dem Schutz des Blattapparats gilt es aber auch, Übertragungen auf die Knolle zu vermindern. Hier besteht die Gefahr von Braunfäule, Verschleppung ins Lager und zusätzlichen Bakterieninfektionen.

Optimaler Pflanzenschutz und verbesserte Klimaführung in den Kartoffellagern halten das Risiko für Braunfäule überschaubar. In diesem Jahr deuten die Vorzeichen aber darauf hin, dass sie zu einem größeren Problem werden könnte, berichtet die Versuchsstation Dethlingen.

Phytophthora: So entstehen Infektionen

Knollenbefall von Braunfäule
Knollenbefall mit Phytophthora löst Braunfäule aus.

Hauptquelle für Infektionen des Ernteguts mit Phytophthorasporen ist ein vorhergehender Befall von Stängel und Blättern mit Krautfäule. Auch infizierte Mutter- und Tochterknollen können bei ausreichender Bodenfeuchte Infektionen weitertragen. Regen wäscht die Sporen von befallenen Pflanzenteilen in den Boden, dort dringen sie über Lentizellen, Augen, Wachstumsrisse oder Beschädigungen der Schalen in das Knollengewebe ein.

Losschaligkeit oder Schorfbefall verstärken das Risiko. Die intakte Schale ist dagegen vom Erreger nicht zu durchdringen. Die vom Pilz befallenen Zellen sterben ab und verbräunen.

Checkliste: Braunfäule-Risiko bestimmen

  • Bereits geringer, leicht zu übersehender Krautfäulebefall kann zu Infektionen führen
  • Regen- und Beregnungswasser spülen die Sporen in den Boden ein
  • 5 bis 15 mm reichen für erste Infektionen aus
  • je länger die Sporulationsphase, desto größer die Gefahr für Einwaschungen
  • große Poren (Sand > Lehm) und hohe Bodenfeuchte fördern die Verbreitung
  • besonders leicht waschen die Sporen von befallenen Stängeln ab
  • auf den Damm gewaschene Sporen verlieren mit zunehmender Erdbedeckung an Infektionsrisiko
  • Risse auf der Dammkrone und Erosion an den Flanken erhöhen das Risiko.

Das können Sie tun

  • regelmäßige Befallskontrolle auf Kraut- und Knollenfäule
  • Blatt- und Knollenresistenz der Sorten hängen nicht miteinander zusammen
  • sporenabtötende Fungizide nutzen: Sporen überleben 70 Tage im Boden
  • Befallene Pflanzenteile bei der Ernte sind eine Infektionsquelle
  • schnelle und wirkungsvolle Krautminderung
  • vollständige Schalenfestigkeit
  • Wartezeit zwischen Krautminderung und Ernte verlängern, wenn hoher Befallsdruck und feuchter Boden
  • bei Starkbefall Partie ausfaulen lassen
  • Beschädigungen (Eintrittspforten) vermeiden
  • Risikopartien nicht vorsortieren, sondern direkt in Kisten roden
  • Knollen in einer Nacht vollständig abtrocknen lassen, ggf. in Wagentrocknung
  • Lager regelmäßig kontrollieren, Widerstandsmessung nutzen.
Mit Material von Versuchsstation Dethlingen, Munster

Heiß, Heißer,´Heiße Kartoffel`: Die Kalendermotive 2017

Jungbäuerin
Der Kalender kostet 15 Euro und kann jetzt im Landecht-Shop bestellt werden. © Egbert Krupp
Kartoffelkönigin 2016
© Egbert Krupp
Frau mit Kartoffelsäcken
© Egbert Krupp
liegende Frau
© Egbert Krupp
Frau mit Korb
© Egbert Krupp
Frau im Feld mit Regenschirm
© Egbert Krupp
Frau im Kartoffelfeld
© Egbert Krupp
Frau beim Kartoffelputzen
© Egbert Krupp
Frau auf Traktor
© Egbert Krupp
Frau mit Kartoffelkiste
© Egbert Krupp
Frau im Garten
© Egbert Krupp
Frau in der Werkstatt
© Egbert Krupp
Frau liegt auf Kartoffeln
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