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Kartoffeln

Erste Frühkartoffeln im Rheinland gepflanzt

von , am
11.03.2014

Bonn - Dank der in diesem Winter außergewöhnlich milden Witterung werden im Rheinland bereits die ersten Frühkartoffeln gelegt.

Kartoffelernte 2014: Knapp 11,5 Mio. t. Kartoffeln wurden 2014 geerntet. © Mühlhausen/landpixel
Wie der Rheinische Landwirtschafts-Verband (RLV) mitteilte, zählt jeder Tag; nur wer früh pflanze, könne auch früh ernten. Dies sei bei Frühkartoffeln entscheidend, da die ersten Kartoffeln am besten bezahlt würden. Sollten jetzt noch einmal frostige Zeiten anbrechen, könne dies den Kartoffeln aber erst einmal nichts anhaben.
 
Erst nach etwa drei Wochen, wenn die kleinen Kartoffelpflänzchen die Bodenoberfläche durchbrächen, werde es für sie "gefährlich". Deshalb deckten die Landwirte die meisten Kartoffeläcker mit einer Folie zum Schutz vor Kälte ab. Damit sie schneller wüchsen, seien die Frühkartoffeln in den vergangenen Wochen in Keimstimmung gebracht worden.

Lebensgeister geweckt

Um den Pflanzkartoffeln "die Augen zu öffnen", erhielten die Knollen zunächst einen dreitägigen Wärmestoß bei 20°C Raumtemperatur und anschließend eine kräftige Belichtung. Dadurch bildeten sich pro Knolle vier bis sechs kräftige Keime mit einer Länge von 6 mm bis 8 mm. Diese Keime, die normalerweise erst nach dem Pflanzen im Boden gebildet würden, gäben den vorgekeimten Knollen einen Vorsprung von ein bis zwei Wochen bis zur Ernte. Damit die empfindlichen Keime bei der Pflanzung nicht wieder abbrächen, sei viel Handarbeit erforderlich. Die Pflanzen würden, damit sie genügend Licht abbekämen, in Kisten umgefüllt oder in Säcke aufgehängt. Schonende Behandlung und spezielle Pflanzmaschinen seien erforderlich, um den Erfolg nicht zu gefährden, erläuterte der RLV.

Ernte schon ab Juni möglich

Wenn die Witterung mitspiele, gebe es Mitte bis Ende Juni die ersten Frühkartoffeln aus Nordrhein-Westfalen, die dann zum heimischen Spargel serviert werden könnten. Erst dann wüssten die Kartoffelbauern aber, ob sich die Arbeit gelohnt habe.
 
Weil Kartoffeln europaweit gehandelt würden, hänge der Preis stark vom Witterungsverlauf in den Anbaugebieten von Spanien bis Norddeutschland ab. Insgesamt werden in Nordrhein-Westfalen laut RLV auf rund 4.000 Hektar der sich insgesamt auf 30.000 Hektar großen Kartoffelanbaufläche Frühkartoffeln angebaut; Hauptanbaugebiet ist das Rheinland mit einem Anteil von rund 80 Prozent.
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