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Klimawandel

Forscher entwickeln dürretolerante Kartoffel

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Anne Ehnts, agrarheute
am
15.05.2019

Eines mag die Kartoffel gar nicht: zu lange zu hohe Temperaturen. Dann blockiert eine sogenannte „kleine RNA“ die Knollenbildung. Wissenschaftlern ist es nun gelungen, diese kleine RNA auszuschalten und so wärmeresistente Kartoffelpflanzen zu erzeugen.

Angesichts des Klimawandels könnte dies ein wichtiger Beitrag sein, um Ernteerträge im Kartoffelanbau auch in Zukunft zu sichern. Erst im vergangenen Jahr hatte der Dürresommer die deutsche Kartoffelernte kräftig schrumpfen lassen. Sie war so niedrig wie seit der Wiedervereinigung nicht mehr.

Weltweit gehört die Kartoffel zu den wichtigsten Grundnahrungsmitteln. Die höchsten Erträge lassen sich bei gemäßigten Temperaturen erzielen – ideal für die Knollenbildung sind rund 21 Grad Celsius tagsüber und 18 Grad nachts. Bei diesen Temperaturen und der richtigen Tageslänge wird in den Blättern ein knolleninduzierendes Eiweiß produziert. Dieses signalisiert der Pflanze, Knollen zu bilden, um auf Kälteperioden vorbereitet zu sein.

Ist es jedoch sehr warm, schaltet die Pflanze auf eine Art Wachstumsprogramm um: Sie bildet mehr grüne Triebe und Blätter, aber weniger bis keine Knollen mehr. Hinzu kommt: Die wenigen Knollen haben einen geringeren Stärkegehalt und keimen schneller.

Feldtests stehen noch aus

Forscher der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) haben nun eine kleine RNA ausgemacht, die die Knollenbildung temperaturabhängig reguliert. Bei niedrigeren Temperaturen ist sie inaktiv. Steigen die Temperaturen an - in den Laboren machten die FAU-Wissenschaftler als Grenze 29 Grad tagsüber und 27 Grad nachts aus –blockiert sie das Knollenwachstum.

Als nächstes wollen die Forscher die wärmeresistenten Kartoffelpflanzen unter Feldbedingungen testen und prüfen.

Mit Material von FAU - Friedrich-Alexander-Universität
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