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Kartoffeln

Frühkartoffeln: Saison schließt mit guten Qualitäten

von , am
03.08.2011

Berlin - Gute Pflanz- und Aufwuchsbedingungen haben sich positiv auf die deutsche Frühkartoffelsaison ausgewirkt. Sie schließt mit guten Qualitäten.

Die ersten Frühkartoffeln aus Deutschland sind am Markt. © Mühlhausen/landpixel
"Die deutschen Frühkartoffeln des Jahres 2011 sind von guter Qualität. Die derzeitigen Preise können die Verbraucher erfreuen, stellen aber die Bauern angesichts deutlich gestiegener Produktionskosten nur bedingt zufrieden." Dies erklärte Martin Umhau, Vorsitzender der Union der Deutschen Kartoffelwirtschaft (UNIKA) und Vorsitzender des Fachausschusses Kartoffeln beim Deutschen Bauernverband (DBV) vor dem Ende der diesjährigen Frühkartoffelsaison.

Trockenheit treibt Produktionskosten

In diesem Frühjahr hätten optimale Pflanzbedingungen geherrscht, die Bestände erreichten schnell ihre Reife. Die über Wochen andauernde Trockenheit trieb allerdings die Produktionskosten spürbar in die Höhe, da umfangreich beregnet werden musste, stellt Umhau fest. Gebietsweise sei auch von Frostschäden berichtet worden.
 
In einigen Anbaugebieten Deutschlands musste wegen der beträchtlichen Niederschläge der letzten Tage die Ernte unterbrochen werden, die zwischenzeitlich aber wieder aufgenommen werden konnte. "Nur zögerlich wurde in den Regalen des Lebensmitteleinzelhandels die Importware durch die deutschen Frühkartoffeln abgelöst, der Einstieg gelang später als erhofft. Dennoch darf nicht davon abgerückt werden, Frühkartoffeln aus deutschen Landen nur in abgereiftem Zustand auf den Markt zu bringen. Die vor Jahren initiierte und von der Kartoffelbranche getragene Qualitätsoffensive wird vom Verbraucher und vom Lebensmitteleinzelhandel heute honoriert", stellte Umhau fest. Dies würden auch die Vertreter der Erzeugergemeinschaften einhellig bestätigen.

Gute Qualitäten, geringe Erntemengen

Die zur Haupternte anstehenden Sorten lassen gute Qualitäten, jedoch keine großen Erntemengen erwarten, so Umhau. Die niedrigeren Erträge seien die Folge von geringeren Knollenansätzen der Kartoffelpflanzen. Infolge der geringeren Knollenanzahl könne es zu einem vermehrten Übergrößenanteil kommen. Dies gilt es in Abhängigkeit von der Verwertungsrichtung im Zaum zu halten. Die Vermarktung von Übergrößen sei im Frischbereich naturgemäß schwierig.
 
Umhau verwies darauf, dass die Kartoffel mehr ist als nur Beilage. Kartoffeln seien ein Grundnahrungsmittel für Fitness und Schlankheit, enthielten sie doch neben lebenswichtigen Vitaminen und Mineralstoffen wenig Fett und damit auch wenig Kalorien. Dank ihrer vielfältigen Verwertungsrichtungen seien Kartoffeln bei Verbrauchern sehr beliebt. Der stetige Verbrauchsrückgang der zurückliegenden Jahrzehnte ist inzwischen gestoppt worden. 2010 verzehrte jeder Bundesbürger rund 63 Kilogramm Kartoffeln, damit stabilisierte sich der Pro-Kopf-Verbrauch mit rund 60 Kilogramm zum Vorjahr. 
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