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Kartoffeln

Geringe Kartoffelernte: Preise doppelt so hoch als 2014

von , am
28.09.2015

Dieses Jahr wurden deutlich weniger deutsche Kartoffeln geerntet. Zum einen bauten die Bauern weniger an und auch das Wetter war extrem ungünstig. Die geringere Erntemenge schlägt sich auch in den Preisen nieder.

Abladen Kartoffeln am Feldrand
Die Hektarerträge für Kartoffeln sollen 2017 um die 454 dt betragen. Das wären gut 2 Prozent mehr als 2016. © Mühlhausen/landpixel
Auf der Basis der vorliegenden Rodungsergebnisse wird die Erntemenge in diesem Jahr voraussichtlich bei rund 9,9 Millionen Tonnen liegen, berichtet das Bundesagrarministerium (BMEL). Damit würde die Vorjahresernte um 15,1 Prozent unterschritten, der mehrjährige Durchschnitt um 9,9 Prozent. Aufgrund des Wassermangels liegen die Hektarerträge im Bundesdurchschnitt mit rund 421 Dezitonnen pro Hektar um 11,2 Prozent unter dem Vorjahresniveau.
 
Besonders stark ausgeprägt waren die Ertragsrückgänge (um mehr als 20 Prozent) auf den Trockenstandorten in der Mitte und im Süden Deutschlands, insbesondere in Bayern. In Niedersachsen wurde auf den dortigen leichten Böden in großem Stil beregnet und mit rund 472 Dezitonnen pro Hektar die höchsten Durchschnittserträge im Bundesvergleich erzielt.

Wetterkapriolen setzten Kartoffeln zu

Während regional nach reichlichen Winterniederschlägen die Auspflanzung von Frühkartoffeln erschwert war und ein ungewöhnlich heftiger Frühjahrssturm Folienabdeckungen zerstörte, waren weite Phasen der Vegetationsentwicklung durch Hitze und extreme Trockenheit geprägt. Erst ab Mitte August sorgten ergiebige Niederschläge für eine Entspannung der Wasserbilanz, sodass sich für die späten Kartoffelsorten, vor allem auch für die Verarbeitungsware, die Wachstumsbedingungen verbesserten.
 

Landwirte reduzierten Anbaufläche

Ursächlich für die deutlich geringere Erntemenge war die Entscheidung vieler Erzeuger, die Anbauflächen nach der unbefriedigenden Entwicklung der Erzeugerpreise in der letzten Kampagne einzuschränken. Mit Ausnahme der Bundesländer Niedersachsen und Rheinland-Pfalz wurden überall weniger Kartoffeln gepflanzt. Für Deutschland insgesamt lag die Anbaufläche bei rund 234.000 Hektar und somit 4,4 Prozent unter der Vorjahresfläche bzw. 6,5 Prozent unter dem mehrjährigen Durchschnitt. Der Anteil des Kartoffelanbaus an der Ackerfläche in Deutschland sank erstmals unter 2 Prozent.
 

Erzeugerpreise um 100 Prozent höher

Das im Vergleich zum Vorjahr kleinere Angebot an Kartoffeln spiegelt sich in der Preisentwicklung auf allen Ebenen wider. Die Erzeugerpreise liegen nahezu doppelt so hoch wie im vergangenen Jahr, bleiben aber unter dem Niveau von 2013. In Bayern lagen die Erzeugerpreise laut BBV für 100 Kilo festkochende Kartoffeln im Schnitt bei 19,57 Euro.
  • Festkochend: 19,57 Euro
  • Vorwiegend festkochend: 17,05 Euro
  • Mehligkochend: 17,50 Euro
  • Frittenrohstoff 360 g UWG 40 mm: 13,50 - 15,00 Euro
  • Verarbeitungskart. (zB. Kloßteig): 12,50 - 15,00 Euro
 
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