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Kartoffeln

Herbizide in Kartoffeln: Durchfeuchteter Damm ideal

von , am
28.04.2015

Die letzten Knollen kommen noch in den Boden, die ersten gucken bald schon wieder raus. Bei der Herbizidanwendung in Kartoffeln ist ein durchfeuchteter Damm ideal. Auf Nematoden gilt es zu achten.

Feucht muss der Gang bei den Kartoffeln sein, damit die Herbizide gut eindringen können. © Mühlhausen/landpixel
"Die Kartoffelfläche wird 2015 im Umfang in etwa auf Vorjahresniveau liegen. In wenigen Wochen werden die ersten deutschen Frühkartoffeln angeboten", erklärte der Vorsitzende des Fachausschusses für Kartoffeln des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Martin Umhau, Ende April zum diesjährigen Kartoffelanbau.
 
2014 wurden deutschlandweit auf 245.000 Hektar Kartoffeln angebaut. Niedersachsen, Bayern und Nordrhein-Westfalen sind Spitzenreiter im deutschen Kartoffelanbau.

In Niedersachsen auf Nematoden achten

Während Pflanzkartoffelflächen bereits seit Jahrzehnten auf Nematoden untersucht werden, bestand für Konsumkartoffelflächen dazu bisher keine Verpflichtung. Laut LWK Niedersachsen haben die Kartoffelzystennematoden ein enormes Vermehrungspotential und können im Boden viele Jahre überleben. Als Folge eines Befalls könnten die wirtschaftlichen Verluste den Anbau in Frage stellen. Inzwischen liegen der LWK mehrjährige Daten aus der amtlichen Erhebung zur Verbreitung der Kartoffelzystennematoden in Niedersachsen vor:
  • Insgesamt wurden seit Herbst 2011 bisher 2.047 Hektar (ha) Konsumkartoffelfläche untersucht.
  • Jährlich werden in Niedersachsen rund 500 ha beprobt.
  • Die Daten aus den vergangenen vier Jahren ermöglichen laut LWK eine erste Einschätzung der Befallssituation.
  • LWK Niedersachsen: Nematoden gefährden den Anbau der Kartoffel

Boxer mit Bedacht spritzen

Die Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen (LWK NRW) rät beim Einsatz des Herbizids Boxer auf Kartoffelschlägen in Nachbarschaft zu Zuckerrüben und Gemüseflächen zur Wachsamkeit. Blattschäden in Zuckerrüben und Rückstände in Gemüsekulturen seien möglich.
 
Der zulässige Rückstandshöchstwert von Prosulfocarb wurde auf 0,01 mg/kg gesenkt.

Herbizide in Kartoffeln: Bei Trockenheit helfen Bandur und Centium

Bei der Ausbringung der Herbizide in Kartoffeln sollten darauf geachtet werden, dass
  • möglichst nah am Auflauf der Kartoffeln gespritzt wird, oder
  • die meisten Unkräuter aufgelaufen sind; dabei sollten
  • Zeiten mit ausreichender Bodenfeuchte genutzt werden.
Laut LWK NRW ist ein durchfeuchteter Damm ideal für die Herbizidanwendung, insbesondere für Herbizide mit hohen Feuchteansprüchen (Artist > Boxer > Tacco > Mistral).
 
Unter trockenen Verhältnissen eignen sich Bandur, Centium und das neu zugelassene Vorauflaufherbizid Metric (Clomazone (60 g/l) und Metribuzin (233 g/l)). Es ist mit 1,5 l/ha gegen normale Verunkrautung zugelassen. Um eine Zusatzleistung gegen Gänsefuß/Melde und Knöterich zu erhalten, empfiehlt die Fa. Belchim Metric mit 1,2 l/ha in Kombination mit z.B. 2,0 l/ha Bandur einzusetzen.

11,5 Millionen Tonnen Kartoffeln noch nicht verkauft

Die 11,5 Millionen Tonnen Kartoffeln der Ernte 2014 seien noch nicht vollständig vermarktet, erklärt DBV-Experte Umhau. Trotz der längeren Lagerung sei die Qualität überwiegend noch gut bis sehr gut. "Daher können die Verbraucher auch in der jetzigen Spargelzeit guten Gewissens auf heimische Kartoffeln setzen", so Umhau.
 
Aufgrund des zurückgehenden Kartoffelkonsums wurde in Deutschland aktuell die Kampagne „Die Kartoffel. Voll lecker“ ins Leben gerufen, die auch von den Bauernverbänden unterstützt wird. Dort dreht sich alles rund um die Kartoffel.
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