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Kartoffeln

Kartoffelanbau: Gefahr von Kraut- und Knollenfäule droht eher

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von , am
27.05.2014

Hannover - Die Bekämpfung der Kraut- und Knollenfäule mit Fungiziden sichert Ertrag und Qualität im Kartoffelbau. Die LWK Niedersachsen gibt Tipps für die richtige Strategie.

© Mühlhausen/landpixel
Kraut- und Knollenfäule könnte in diesem bei entsprechend feucht-warmer Witterung früher auftreten als Mitte bis Ende Juli. Ihre Bekämpfung mit Fungiziden ist das A und O für die Sicherung von Ertrag und Qualität im Kartoffelbau.
 
Eine durchdachte Strategie fängt bei rechtzeitigem Spritzbeginn an und berücksichtigt Standortbedingungen. Eine große Rolle spielt zudem das geeignete Fungizid und die Einhaltung des auf den Infektionsdruck angepassten Spritzabstandes. Darauf weist die Landwirtschaftskammer Niedersachsen (LWK) hin und stellt die aktuell zugelassenen Fungizide vor.

Neue Mittel

Für dieses Jahr ist mit Carial Flex von der Firma Syngenta ein neues Krautfäulefungizid zugelassen worden. Es ist als wasserlösliches Granulat formuliert und besteht aus den Wirkstoffen Mandipropamid und Cymoxanil der Präparate Revus und Curzate M. Es ist mit 0,6 Kilogramm je Hektar (kg/ha) zugelassen und darf während der Saison maximal sechsmal angewendet Werden.
 
Von Spiess Urania wird das teilsystemische Präparat Valbon zusammen mit einem Netzmittel (Marlopon 100 g/l) als Valbon Speed angeboten. Es soll die Benetzung des Kartoffelbestandes verbessern. Die Aufwandmenge des Packs beträgt 1,6 kg/ha Valbon + 0,2 Liter je Hektar Adhäsit.

Rechtzeitig spritzen und Spritzabstände einhalten

Für eine erfolgreiche Krautfäulebekämpfung ist zunächst der rechtzeitige Spritzstart vor dem ersten Befall wichtig, erklärt die Kammer. Zur Bestimmung des richtigen Spritzbeginns empfiehlt die LWK Prognosemodelle, wie Simblightoder die Negativprognose.
 
Sollte über mehrere Tage der Boden mit Wasser gesättigt sein, ist der Spritzbeginn unabhängig vom Entwicklungsstand der Kartoffeln einzuplanen. Bei trockenen Bedingungen und bei wenig anfälligen Sorten kann der Spritzstart auch mit kostengünstigeren Kontaktfungiziden erfolgen.
 
Die Mittelwahl der Folgebehandlungen richtet sich in erster Linie nach dem vorhandenen Krautfäuledruck und dem Krautwachstum. In der Hauptwachstumsphase sind bei höherem Krautfäuledruck systemische/teilsystemische Präparate wie Infinito, Valbon, Revus, Curzate M zu bevorzugen, um den Neuzuwachs zu schützen. Bei trockenem Wetter und sehr geringem Infektionsrisiko können auch kostengünstigere Kontaktfungizide wie Mancozeb, Maneb eingesetzt werden.
 
Ab der Blüte, wo kein nennenswerter Blattzuwachs mehr entsteht, empfehlen sich sporenabtötende Kontaktfungizide. Die Kammer nennt Ranman Top oder Shirlan.
 
Die Spritzabstände sollten der Witterung, der jeweiligen Sortenanfälligkeit und dem Krautwachstum angepasst werden. Bei sehr geringem Infektionsdruck und einer wenig anfälligen Sorte können Spritzabstände von 14 Tagen gewählt werden. Steigt der Krautfäuledruck stark an (plus anfällige Sorte) sollten Spritzabstände von maximal sieben Tagen eingehalten werden.
 
Zur Abschlußspritzung sollten zehn bis zwölf Tage vor der Krautabtötung sporenabtötende Kontaktmittel (Ranman Top, Shirlan) zur Reduzierung von Knolleninfektionen (Braunfäule) an den Tochterknollen gespritzt werden. Bei Krautfäulebefall sind als Stoppspritzung vorzugsweise Kombinationen aus kurativen und sporenabtötenden Wirkstoffen mit vollen Aufwandmengen anzuwenden.

Keine Chance für Resistenzen

Krautfäule ist ein wandlungsfähiger Pilz. In der Spritzfolge sollte deshalb konsequent ein Wirkstoffwechsel vorgenommen werden. Insbesondere bei Metalaxyl/Benalaxylhaltigen Fungiziden wie Ridomil Gold, Epok, Fantic M  rät die Kammer, sie während der Vegetation nur einmal zu Beginn der Spritzfolge anzuwenden.   

Viel Wasser bringt eine gute Benetzung. Ziel ist es, möglichst eine gute und tief in den Bestand eindringende Benetzung der Blätter zu erreichen. Um die maximale Fungizidleistung zu gewährleisten, empfiehlt die LWK, Wasseraufwandmengen bis zu 400 Litern pro Hektar. Morgendliche Spritzungen in taunasse Bestände bieten Vorteile.

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