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Kartoffeln

Kartoffeljahr startet mit positiven Vorzeichen

© agrar-press
von , am
03.05.2013

In diesem Frühjahr kam es aufgrund der kalten Witterungsbedingungen im Kartoffelbau zu verspäteten Auspflanzungen. Die Kulturen konnten in den letzten Tage aber einiges aufholen.

Feucht muss der Gang bei den Kartoffeln sein, damit die Herbizide gut eindringen können. © Mühlhausen/landpixel
"Der Witterungsverlauf der nächsten Wochen wird die Ernte entscheidend beeinflussen", erklärt Martin Umhau im Rahmen der Frühjahrssitzung des Deutschen Bauernverbandes (DBV) in Berlin. Erste Frühkartoffeln seien nach Expertenmeinung zu Beginn des Monats Juni zu erwarten. Nach bisherigen Einschätzungen dürfte es in diesem Jahr kein Überangebot an Kartoffeln geben. Mit Flächenausdehnungen im Anbau ist nach Einschätzung von Umhau nicht zu rechnen.
 
Erzeugerpreise sind stabil
 
Im Jahr 2012 wurden in Deutschland auf 238.000 Hektar Kartoffeln angebaut, davon entfielen 97.500 Hektar auf den Anbau von Speisekartoffeln und knapp 141.000 Hektar auf den Anbau von Industrie-, Futter- und Pflanzkartoffeln. Die Erzeugerpreise sind momentan stabil und liegen über denen im Vorjahr. Der Verbraucher bezahlt im Bundesdurchschnitt derzeit 80 Cent je Kilogramm, für Frühkartoffeln liegt der Preis über einem Euro.

Hoher Qualitätsstandard

Die Landwirtschaftskammer (LWK) Niedersachsen vergibt nun bereits im 17. Jahr das Siegel "Kontrollierte Qualität Speisekartoffeln" an ausgewählte Betriebe und Erzeugergemeinschaften. Diese können sich dadurch entweder in der Direktvermarktung von Speisekartoffeln oder bei der Vermarktung an bestimmte Handelsketten vom Gros der Speisekartoffelanbieter hervorheben. In diesem Jahr lief die Anmeldung bis zum 30. April.
Zertifiziertes Pflanzgut steigert den Ertrag
 
Bereits am Anfang ist dabei laut LWK darauf zu achten, dass zertifiziertes Pflanzgut zu bevorzugen ist. Bei eigenvermehrtem Material sei ein erfolgreicher Virustest zwingende Voraussetzung. Das verwendete Material müsse vom Virusstatus her zumindest zertifiziertem Pflanzgut ebenbürtig sein. Unabhängig vom Kontrollsiegel gelte dies für alle Kartoffelanbauer, denn ein Prozent Virusbefall im Bestand kostet ein Prozent Ertrag, wie die LWK Niedersachsen vorrechnet. Nicht selten zeigten Privatuntersuchungen Viruswerte oberhalb von 30 Prozent.

Beim Düngen nichts dem Zufall überlassen

Eine erhöhte N- Düngung zum Kaschieren des Virusbefalls ist laut LWK aus Qualitäts-, Umwelt- und letztlich auch aus Kostengründen abzulehnen. Grundlage für alle Grundnährstoffe ist, dass Kenntnisse über die Gehalte im Boden vorliegen. In bestimmten Abständen Bodenuntersuchungen durchführen und vorlegen!

Die zu bevorzugende Kaliform ist im Kartoffelbau das Kalisulfat, wie es beispielsweise im Kalimagnesia vorliegt. Nur wenn die Sorte für Speiseware und in Abhängigkeit von Jahr und Standort zu überhöhten Stärkegehalten neigt, sind auch andere Kaliformen anjebracht, rät die Landwirtschaftskammer Niedersachsen. Dieses Beispiel zeige, dass es in den Kontrollsiegel-Richtlinien teilweise unumstößliche Eckpunkte gibt, dass aber ansonsten auch flexibel auf die jeweiligen Situationen reagiert werden könne.
Gülle kann in bestimmten Mengen und Zeiten zu den Kartoffeln gegeben werden, andere organische Dünger sollten besser zu anderen Fruchtarten gegeben werden. Der Klärschlammeinsatz bleibt bei Kontrollsiegelware außen vor. Um zu überprüfen, ob
  • beim Anbau die Leitlinien einer ordnungsgemäßen Landbewirtschaftung eingehalten wurden,
  • die empfohlene gemäßigte (nicht reduzierte) Stickstoffdüngung sich auch im Feldbestand widerspiegelt und
  • die angebauten Kartoffeln tatsächlich sortenrein und sauber abgegrenzt zu sonstigen Kartoffelbeständen wachsen,
erfolgt zum Zeitpunkt der Blüte eine Vorortkontrolle durch den für den Betrieb zuständigen Feldbesichtiger (Qualitätskontrolleur). Bei dieser Gelegenheit wird auch erstmals ein prüfender Blick in die obligatorisch zu führende Ackerschlagkartei geworfen, im Hinblick auf Vollständigkeit bis zu diesem Zeitpunkt und fachliche Plausibilität.

Video: Kartoffelvollernter: Effizienz als Leitlinie (Meilenstein 2011)

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