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Kartoffeln

Kartoffelkäfer und Blattläuse im Anmarsch

von , am
23.05.2013

Dresden/Oldenburg - Mit dem Auflaufen der Kartoffelbestände sind auch wieder Kontrollen auf Kartoffelkäfer notwendig. Erste Käfer wurden bereits gesichtet.

Für die Kartoffelkäfer gibt es jetzt wieder einen reich gedeckten Tisch. © Mühlhausen/landpixel
Wichtig für einen Erfolg bei der Kartoffelkäferbehandlung ist, dass die ersten beiden Larvenstadien behandelt werden, heißt es im aktuellen Pflanzenbaurat des Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie Sachsen (LfULG). Im Kartoffel-Vermehrungsanbau sei auf den rechtzeitigen Beginn der Vektorenbekämpfung zu achten. Der lang anhaltende Winter habe zwar die Entwicklung der Blattläuse an den Winterwirten gehemmt. Dennoch konnten in der 20. Kalenderwoche die ersten geflügelten Tiere (Bohnen- bzw. Schwarze Rübenlaus) beobachtet werden. Während des Frühjahrfluges sei es besonders wichtig, dass die Ansiedlung der Blattläuse in den Beständen, vor allem vor dem Hintergrund der Y-Virus Problematik, verhindert werde.
 
Für die erste Behandlung empfiehlt sich daher laut Dr. Michael Kraatz von der LfULG in Sachsen ein Pyrethroid, das gleichzeitig auch eine abschreckende Wirkung gegenüber Blattläusen besitze. Die mit einem Insektizid gebeizten Pflanzkartoffelbestände hätten in den ersten Wochen einen gewissen Schutz vor den virusübertragenden Blattläusen.

Insektizidpalette breiter geworden

Die langanhaltende Winterwitterung und das bisher relativ kalte Frühjahr sorgten für einen vergleichsweise späten Zuflug der geflügelten Blattläuse auf die Sommerwirte bedingt durch das zögerliche Verlassen der Winterwirte, heißt es auch von Seiten der Landwirtschaftskammer (LWK) Niedersachsen. Mit dem Beginn des Blattlausfluges zu den Sommerwirten bestehe grundsätzlich die Gefahr der Übertragung von Viren vor allem in aufgelaufenen und nicht mit Gaucho (Monceren G) gebeizten Pflanzkartoffelbeständen. Das gelte sowohl für die eigentlichen Kartoffelblattläuse als auch für sonstige Y-Virus übertragende Arten.
 
Bei günstigen Witterungsbedingungen sollten laut LWK Niedersachsen auflaufende Vermehrungsbestände mit Sorten höherer Y-Anfälligkeit vorsorglich mit Pyrethroiden behandelt werden. Die noch vor wenigen Jahren bedenklich knappe Insektizidpalette sei wieder unfangreicher geworden, so dass Bekämpfungsstrategien mit den Zielen:
  • standort- und witterungsangepasste Mittelwahl,
  • Wirkstoffwechsel und
  • Vermeidung von Resistenzentwicklungen wieder möglich seien.
Die vorhandene Bodenfeuchtigkeit biete regional gute Voraussetzungen für den wirksamen Einsatz von Bodenherbiziden.

Blattrandkäfer in Leguminosen

Mit dem Auflaufen der Leguminosen wurde auch wieder der Befall durch Blattrandkäfer beobachtet. Dieser sei jedoch regional sehr unterschiedlich. Der Befall ist durch den typischen Buchtenfraß der Käfer an den Blatträndern problemlos zu erkennen, erklärt die LfULG Sachsen in ihrem Pflanzenbaurat. Der Käfer selber ist rund fünf Millimeter, auf den Flügeldecken befinden sich helle und dunkle Längsstreifen. Eine Bekämpfung ist bis zum 6-Blattstadium sinnvoll. Der Bekämpfungsrichtwert ist erreicht, wenn 50 Prozent der Pflanzen (bis BBCH 16) Fraßsymptome aufweisen. 
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