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Kartoffeln

Kartoffelkartell: Gewinn contra Schaden

von , am
16.05.2013

Berlin - Der Ausschuss für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz will keine Kartellbildung dulden. Denn dem Gewinn der einen Seite steht immer der Schaden der anderen Seite gegenüber.

© I. Rasche/pixelio.de
Der Ausschuss für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz des Deutschen Bundestages hat am gestrigen Mittwoch über den Verdacht des Bundeskartellamtes zu Preisabsprachen bei der Erzeugung und dem Vertrieb von Kartoffeln diskutiert.

Verdächtigungen und Spekulationen helfen nicht

Dazu erklären der Vorsitzende der AG Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Franz-Josef Holzenkamp, und der zuständige Berichterstatter Alois Gerig: "Wir dürfen keine Kartellbildung dulden. Denn dem Gewinn der einen Seite steht immer der Schaden der anderen Seite gegenüber.  Es ist richtig, dass der Präsident des Bundeskartellamtes, Andreas Mundt, in der Ausschusssitzung die Forderung eines Teils der Opposition nach Veröffentlichung der Namen der betroffenen Unternehmen abgelehnt hat. Auch die wilden Spekulationen und Verdächtigungen von einigen Grünen-Politikern behindern eine sachliche Aufklärung. Die derzeit in den Medien kolportierten Schadenssummen von bis zu einer Milliarde Euro verwies Mundt ins Reich der Phantasie.

Harte Bestrafung gefordert

Fakt ist: Preisabsprachen bei der Erzeugung und dem Vertrieb von Kartoffeln können sowohl Landwirte als auch Verbraucher schädigen. Deshalb müssen die Schuldigen hart bestraft werden, sollte sich der Verdacht bestätigen. In diesem Zusammenhang begrüßen wir auch, dass das Bundeskartellamt seine Bußgeldleitlinien derzeit überarbeitet."

DBV: Verbraucher profitierten von günstigen Kartoffelpreisen

"Kartellvergehen sind keine Bagatellen", erklärte DBV-Generalsekretär  Helmut Born im Anschluss an die heutige DBV-Präsidiumssitzung. Ohne auf die laufenden Ermittlungen einzugehen, stellte Born aber fest, dass im Gegensatz zu einigen Medienberichten die Verbraucher in den letzten Jahren von günstigen Kartoffelpreisen profitiert hätten. 2012 hätte der deutsche Verbraucher mit durchschnittlich 0,64 Euro pro Kilogramm seine frischen Speisekartoffeln im Lebensmittelhandel eingekauft und damit fast ein Drittel billiger (26,6 Prozent) als der britische Verbraucher. Die Italiener mussten sogar fast 40 Prozent mehr bezahlen. Auch in den Vorjahren gab es ähnliche Preisunterschiede.
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