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Kartoffeln

Kartoffelkrebs: Quarantäneschädling im Emsland festgestellt

Kartoffelkrebs
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Klaus Strotmann, agrarheute
am
22.05.2018

Im Nordwesten ist jetzt nach mehreren Jahren wieder der Kartoffelkrebs festgestellt worden. Auf Befallsflächen gelten massive Quarantänebeschränkungen. Solana zieht jetzt die Reißleine.

Der Kartoffelkrebs mit dem unaussprechlichen Namen Synchytrium endobioticum ist ein Quarantäneschädling. Bei Befall müssen unbefristete Sicherheitszonen eingehalten werden. Ein Kartoffelanbau ist auf befallenen Flächen für mindestens 20 Jahre nicht mehr zulässig.

Der einzellige parasitische Pilz bildet kein typisches Myzel, sondern vermehrt sich über bewegliche Zoosporen. Die Dauerkörper, in denen sie heranreifen, sind bis zu 40 Jahre im Boden keimfähig.

Erster Ausbruch seit 2015

Im Landkreis Emsland wurden nun erstmals seit 2015 wieder Sporen von Kartoffelkrebs festgestellt. Die Krankheit ist dort seit 1999 bekannt und es stehen bereits 16 Flächen unter Quarantäne, wie die NOZ/Meppener Tagespost unter Berufung auf die Landwirtschaftskammer Niedersachsen berichtet.

In den letzten drei Jahren gab es allerdings keinen Nachweis in der Region mehr, umso größer ist jetzt die Verunsicherung unter den Kartoffelanbauern.

Gefunden wurden die Sporen jetzt an Anhangerde von Pflanzkartoffelpartien. Sämtliche befallenen Chargen mit Pflanzkartoffeln wurden unter Quarantäne gestellt. Nach NOZ-Angaben sind zwei Betriebe mit mehreren hundert Tonnen Ware betroffen.

Solana kauft nicht mehr im Emsland

Der Pflanzware-Vermarkter Solana hat jetzt angekündigt, keine Pflanzkartoffeln aus dem Emsland mehr einzukaufen. Zu groß sei die Gefahr, dass sich Sporen in andere Regionen verbreiteten.

„Deshalb werden wir vorerst keine Verträge mehr mit Pflanzgut-Landwirten aus dem Emsland abschließen“, sagt Geschäftsführer Torsten Spill. Ein Waschen der für die Vermehrung vorgesehenen Knollen sei technisch nicht machbar und zu teuer.

Ursachen sind noch unklar

Über die Ursachen des Ausbruchs und der Verbreitung wird spekuliert. In der Diskussion ist Klärschlamm und die Tatsache, dass Kartoffelkrebs-Sporen Biogasanlagen und Kuhmägen überleben. Ein Monitoring soll Klarheit bringen und künftige Ausbrüche frühzeitig signalisieren.

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