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Hackfruchternte

Kartoffellager jetzt richtig belüften

Kartoffelkisten im Lager
© Adobestock
von am
16.11.2017

Kalte Nachttemperaturen – ideale Bedingungen, um das Kartoffellager zügig herunterzukühlen. Wichtig ist es, das Lager jetzt auf Fäule zu kontrollieren.

Bis Ende November sollten die angestrebten Dauerlagerungstemperaturen mit Außenluft erreicht werden können.

Mit dem langsamen Absenken der Temperatur im Lager verringert sich die Atmungsaktivität der Knollen. Bei 4 bis 5 °C erreicht sie ihr Minimum. Pilze und Bakterien werden gebremst, sterben aber nicht ab! Hier besteht das große Risiko des Einlagerns: Bei Wiedererwärmung und fehlender Belüftungsmöglichkeit können die Erreger ohne Vorankündigung ein gefährliches Niveau erreichen.

Tipps zur Lagerkontrolle

Die Versuchsstation Dethlingen gibt folgende Tipps zur Lagerkontrolle:

  • Regelmäßige Kontrolle aller Bereiche des Lagers,
  • Lagertemperaturen und Belüftungsstunden über einen längeren Zeitraum prüfen,
  • bei laufenden Gebläsen die Luftverteilung im Lager prüfen, weil sie häufig mit dem Ziel einer optimalen Lagerausnutzung verloren geht.
  • Steigen in einer Sektion die Temperaturen wieder schneller an oder treten relativ längere Lüftungszeiten auf, sollte man schnell reagieren.
  • Treten ungewöhnlicher Geruch oder Fliegen auf, wird es für Gegenmaßnahmen schon eng.

Rechtzeitig Gegenmaßnahmen ergreifen

Zeichnet sich eine längere Warmphase ab, sollten Sie vor allem bei außenluftbetriebenen Lagern beachten:

  • Die Häufigkeit und Länge der Umluft deutlich erhöhen, um Kondensation an den Knollen zu vermeiden.
  • Regelmäßige Erfrischungsbelüftung mindestens einmal am Tag über den Prozessor oder per Hand: Kartoffeln brauchen ausreichend Sauerstoff nicht nur zum Atmen, sondern auch zur Bildung von Abwehrstoffen, etwa gegen Bakterienbefall.
  • Für kritische Bereiche intensivere Luftbewegung durch zusätzliche Deckenventilatoren oder Standgebläse.

Wenn Fäulnis sichtbar wird

  • Bei geringem Befall: Feuchtigkeit durch intensive Umluft abführen,
  • kritische Kisten rechtzeitig aus den Stapeln entfernen und gezielt belüften,
  • bei Loselagerung: größere Problembereiche weiträumig auslagern.
Mit Material von Versuchsstation Dethlingen
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