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Kartoffeln

Die Kartoffellagerung gut meistern

von , am
17.10.2013

Die Langzeitlagerung von Kartoffeln ist mit Risiken verbunden. agrarheute.com hat nachgefragt welche Probleme heuer auftreten können und was der Landwirt dagegen unternehmen kann.

Wie schon letztes Jahr kann auch heuer Fusarium ein Thema bei der Langzeitlagerung werden. © agrarpresse_krick
Die Kartoffelernte 2013 nähert sich dem Ende. Der Großteil der Betriebe ist bereits fertig und die Kartoffeln sind eingelagert. Mit der Langzeitlagerung der Knollen hat der Landwirt die Möglichkeit die Wertschöpfung zu steigern. Allerdings ist die Lagerung auch mit Risiken für den Landwirt verbunden. Was bei der Langzeitlagerung der Knollen heuer beachtet werden muss, erklärt Adolf Kellermann von der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) im Interview mit agrarheute.com.
 

Knollen rasch abtrocknen

"Durch die lang andauernde Hitzeperiode und den anschließenden Regen kann zunächst einmal Losschaligkeit auftreten", erklärt Kellermann. "Diese Losschaligkeiten sind Eintrittspforten für Krankheitserreger, angefangen von Krautfäule, über Fusarien bis hin zu Erwinia." Kellermann rät den Landwirten, darauf zu achten, dass die Knollen schalenfest sind. "Dann muss der Landwirt schauen, dass er nassfaule Knollen bei der Einlagerung aussortiert." Weiter soll der Landwirt darauf achten, dass das Erntegut möglichst schnell abtrocknet. "Da ist es hilfreich wenn der Erdanteil möglichst gering ist." Kellermann erklärt: "Es ist wichtig, dass das Abtrocknen schon über Nacht geschieht. Dafür braucht man kühle Außenluft und volle Gebläseleistung."

Hauptgründe für die geringe Ernte 2013

Wie wir bereits berichtet haben liegt die Erntemenge von Kartoffeln aufgrund der Wetterkapriolen in diesem Jahr weit unter dem Durchschnitt. Als Hauptgründe für die niedrigen Erntemengen nennt die LfL:
  • Späte Legetermine,
  • ungünstige Legebedingungen wegen zu feuchten und zum Teil zu kalten Böden,
  • Starkniederschläge und kühle Temperaturen vor und zum Auflaufen der Bestände,
  •  regional begrenzt vorkommendes Druckwasser (hochsteigendes, d.h. nach oben drückendes Grundwasser, wobei sich Senken oder tiefer gelegene Geländeteile mit offenliegendem Wasser füllen),
  • Phasen mit sehr hohen Luft- und Bodentemperaturen, die zum Wachstumsstillstand auch bei Bewässerung während der Hauptwachstumsphase führten und mit der Keimruhebrechung den Wiederaustrieb förderten,
  • Trockenheit in der Phase der Hauptertragsbildung im Juli und August.

Wie der Sachverständigenausschuss von Bund und Ländern bei der "Besonderen Ernte‑ und Qualitätsermittlung" festgestellt hat liegt die Kartoffelernt 2013 bei gut 9,2 Millionen Tonnen. Das sind 17,7 Prozent weniger als im mehrjährigen Durchschnitt.
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