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Kartoffeln

Kartoffeln: Gute Ertragsaussichten, Preise unter Druck

© Babinger/ah
von , am
01.07.2014

Für die hiesige Kartoffelernte sieht es gut aus - auch die Erträge in wichtigen EU-Ländern sollen steigen. Das wiederum setzt den Kartoffelfuture an der Eurex unter Druck.

Dieses Jahr soll es 'außerordentlich geschmacksintensive' Frühkartoffeln geben, die Ertragsaussichten sind gut. © landpixel
Die deutsche Frühkartoffelernte dürfte jetzt im Juli ihren Höhepunkt erreichen. Wie die Europlant Pflanzenzucht GmbH berichtet, lassen die ersten Mengen, die bereits am Kaiserstuhl in Südbaden gerodet wurden, auf eine Ernte in besonders hoher Qualität schließen.
 
"Das warme Klima in diesem Jahr beschert uns außerordentlich geschmacksintensive Frühkartoffeln", erklärte der Geschäftsführer der Europlant Pflanzenzucht GmbH, Jörg Renatus. In den Hauptanbauregionen Uelzen und Hannover in Niedersachsen soll sich allerdings die Kraut- und Knollenfäule ausbreiten.

MARS rechnet in der EU mit 4,4 Prozent höheren Erträgen

In der gesamten EU sollen laut Prognose des Monitoring Agricultural Resources (MARS) der EU-Kommission die Kartoffelerträge 2014 um 4,4 Prozent (%) höher liegen als im Vorjahr.
 
In den fünf wichtigen Produzentenländern Frankreich, Großbritannien, Belgien, Niederlande und Deutschland dürfte nach Schätzung der Agrarmarkt Informations-GmbH (AMI) zudem die gemeinsame Anbaufläche 2014 gegenüber dem Vorjahr um rund 20.000 Hektar (ha) auf gut 800.000 ha ausgedehnt worden sein. Dies könnte zusammen mit höheren Erträgen zu einem Ernteplus um etwa drei auf 35 Millionen Tonnen in diesen Ländern führen; das wäre die zweithöchste Rodemenge in den vergangenen zehn Jahren. 

Niederlande: Anbaufläche soll um 0,4 Prozent wachsen

Das holländische Zentralbüro für Statistik (CBS) erwartet in einer vorläufigen Anbauflächenschätzung für das Jahr 2014 eine Zunahme des Produktionsareals für Kartoffeln gegenüber dem Vorjahr um 0,4 % auf 156.370 ha im eigenen Land. Während die Anbaufläche für Konsumware um 3,5 % größer ausfallen soll, dürfte sie bei Pflanz- und Stärkekartoffeln zurückgehen.

Future für neuerntige Kartoffeln unter Druck

Die Futurekurse für neuerntige Kartoffeln haben an der Warenterminbörse Eurex in der ersten Hälfte der vergangenen Woche unter Druck gestanden. Zwar konnten sich die Kurse zum Wochenschluss wieder etwas befestigen, doch lagen die Abrechnungskurse am Freitag unter dem Vorwochenniveau. Der wenig gehandelte Novemberkontrakt schloss mit 9,00 Euro/dt um 0,10 Euro oder 1,1 Prozent (%) unter dem Niveau des vorherigen Freitags.
 
Deutlicher verlor der vom Handel bevorzugte Aprilfuture: Dieser Kontrakt beendete die Börsenwoche mit einem Abrechnungskurs von 11,60 Euro/dt; das waren 0,90 Euro oder 7,2 % weniger als eine Woche zuvor. 

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