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Kartoffeln

Kartoffeln: Lager reinigen und desinfizieren

von , am
07.08.2015

Die Lagerung der Kartoffel ist eine diffizile Angelegenheit. Durch den hohen Wassergehalt kann die Knolle leichter verderben. Deshalb sollten in Lager und Kisten saubere Bedingungen herrschen.

Die anhaftende Erde an den Knollen bringt Verunreinigungen ins Lager. © Mühlhausen/landpixel
Wir die Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen in ihrem aktuellen Pflanzenbaurat rät, empfiehlt es sich vor der Einlagerung, Lager und Kisten mit dem Hochdruckreiniger gründlich zu reinigen und anschließend zu desinfizieren. Grund: mit den Kartoffelknollen der anhaftenden Erde werden Krankheitserreger ins Lager getragen.
  • Pilzsporen wie Silberschorf, Fusarium können im Staub oder
  • Nassfäuleerreger im Bakterienschleim an Oberflächen im Lager oder an Kisten überleben
und die neu eingelagerten Knollen infizieren.
 
Zur Desinfektion ist laut LWK NRW nur das Produkt Menno Florades 2 %ig (2 l in 100 l Wasser) zugelassen.

Anwendung von Menno Florades

Menno Florades sollte aber nicht einfach auf verdreckte Oberflächen gesprüht werden, hierdurch werde keine ausreichende Wirkung erzielt. Eine gründliche Reinigung der
  • Maschinen/Geräte,
  • des Lagers und
  • der Kisten
ist Voraussetzung für einen guten Wirkungsgrad.
 
Menno Florades sollte laut LWK NRW mit 0,6 bis 0,8 l/qm Wasseraufwandmenge versprüht werden und mindestens vier Stunden, besser aber über Nacht, einwirken. Damit eine gute Wirkung auch an glatten Oberflächen erzielt werde, empfehle sich der Einsatz als Schaumlösung. Entsprechende Ausbringungsgeräte (Skumix) gebe es vom Hersteller des Präparates.

Kartoffeln: Krautfäuledruck aktuell hoch

Krautfäule wird im Gebiet der LWK NRW mittlerweile in fast allen Regionen gefunden und der Infektionsdruck ist aufgrund der gefallenen Niederschläge sehr hoch. Auch wenn es wieder heißer wird, die Infektionen seien gesetzt. In abreifenden Beständen wird zu Abschlussbehandlungen mit den sporiziden Fungiziden Banjo/Carneol, Nando, Ranman Top, Shirlan oder Terminus geraten.
 
Alternaria solani, die größeren Dürrflecken auf den unteren, abreifenden Blattetagen treten nun auch auf. Besonders viele Dürrflecken werden an den Stellen gefunden, wo die Pflanzen unter Stress gelitten haben. Je nach Sorte haben sie innerhalb nur weniger Tage deutlich zugenommen. Hier rät die Landwirtschaftskammer zu Behandlungen mit Revus Top, mancozebhaltigen Fungiziden oder Signum. Mögliche Minderwirkungen der Fungizide sollten den Regionalberatern der LWK gemeldet werden.
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