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Pflanzenschutz

Kartoffeln: Notfallzulassung gegen Drahtwurm erteilt

Drahtwurm bei Kartoffeln
am Donnerstag, 28.01.2021 - 11:05 (Jetzt kommentieren)

Das BVL hat ein ökologisches Mittel gegen Drahtwürmer zugelassen. Beim Einsatz gibt es aber einige Auflagen und Beschränkungen zu beachten.

Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) hat dem Granulat Attracap auch in diesem Jahr wieder eine Notfallzulassung gewährt. Das ökologische Mittel lässt sich nun gegen Drahtwürmer im Kartoffelbau und Spargelanbau anwenden.

Der Fokus liegt auf befallsgefährdeten Flächen, insbesondere dem Ökolandbau. Im Mais ist der Einsatz gegen die Larven aber nicht gestattet. Bereits im vergangenen Jahr hatte das BVL dem Mittel eine Notfallzulassung erteilt.

Begrenzte Zulassung im Kartoffel- und Spargelanbau

  • Der Einsatz des ökologischen Mittels ist in diesem Jahr für 120 Tage erlaubt, vom 15. Februar bis zum 14. Juni 2021.
  • Die bundesweit zugelassene Menge beträgt 105 t des Insektizids. Damit lassen sich 3.500 ha behandeln.
  • Die festgesetzte Aufwandmenge beträgt 30 kg pro ha. Das bedeutet eine Sporenkonzentration von 4,8 x 1011 Sporen pro ha.
  • In beiden Kulturen ist jeweils höchstens eine Anwendung erlaubt.

So lassen sich Schnellkäferlarven bekämpfen

Das ökologische Mittel bekämpft die Schnellkäferlarven durch Infektion mit einem insektenschädlichen Pilz. Die Drahtwürmer müssen direkten Kontakt mit dem Pilz haben. Deshalb lockt das Mittel sie durch den Ausstoß von CO2 an. Der Hersteller Biocare teilt mit, dass es die Larven je nach Temperaturen innerhalb weniger Tage abtötet. Es wirkt aber nur während des Larvenstadiums der Schnellkäfer.

Im Kartoffelbau lässt sich das Präparat während des Kartoffellegens, im BBCH 00 einsetzen. Es wird mithilfe eines Granulatstreuers ausgebracht. Dabei ist zu beachten, dass die Windgeschwindigkeit unter 5 m/s beträgt. Es ist direkt in die offene Furche einzumischen.

Im Spargelanbau ist das Präparat auf den abgefrästen Damm zu streuen. 

Bezüglich der Wartezeit ist das Insektizid mit F eingestuft. Die Wartezeit ist also ist bereits mit dem Zeitraum zwischen Einsatz und Ernte erfüllt.

Mit Material von LTZ Augustenberg, LWK Nordrhein-Westfalen, Biocare

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