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Keimhemmung in Kartoffeln nach dem Chemieverbot

Chlorpropham ist seit Januar verboten. Kartoffelanbauer Johannes Müller testet seit letztem Jahr ein aus Mottenkugeln bekanntes Mittel.

am Dienstag, 17.03.2020 - 12:10

Johannes Müller aus Obermalching bei Fürstenfeldbruck baut auf rund 100 ha Kartoffeln an. Die Keimung der Kartoffeln im Frühjahr so weit wie möglich hinauszuzögern, ist für ihn eine Frage der Wirtschaftlichkeit im Kartoffelanbau.

Seit Januar 2020 darf der wichtigste chemische Keimhemmer Chloropropham nicht mehr verkauft werden. Bis 8. Oktober 2020 müssen Restbestände aufgebraucht sein.

Neuer Wirkstoff ähnelt Mottenkugeln

Kartoffelanbauer Johannes Müller setzt bereits seit letztem Jahr ein alternatives Präparat ein, das als ungiftig gilt. Der Wirkstoff 1,4-Dimethylnaphthalin ähnelt dem in Mottenkugeln.

Die Herausforderung: Das Mittel ist mit 170 €/l sehr teuer. Auch wenn Müller nur 18 ml/t einsetzt, kostet ihn der Einsatz bei den gelagerten 6.000 t knappe 20.000 Euro.

Sorten mit längerer Keimruhe

Die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) forscht unterdessen an Sorten, die weniger keimfreudig sind. Adolf Kellermann ist Kartoffelexperte an der LfL. „Auf chemische Keimhemmer kann bei einigen Sorten weitgehend verzichtet werden. Aufgrund ihrer ausgeprägten Keimruhe sind sie sehr lang lagerfähig“ Dazu gehören beispielsweise Belana, Soraya, Queen Anne oder Wega.

Ein Problem hat Johannes Müller noch. Sein altes Lager, in dem er jahrelang Chloropropham versprüht hat, muss rückstandsfrei gereinigt werden. Das will er mit intensiver Heißwasserbehandlung im Mai/Juni angehen, wenn alle Kartoffeln ausgelagert sind.

Mit Material von BR
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