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Kartoffelernte

Neue Kartoffelernte: 7 Tipps zur Belüftung

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Karl Bockholt, agrarheute
am
11.10.2017

In vielen Anbauregionen sind Mitte Oktober noch Knollen auf dem Acker. Wenn der Goldene Herbst für einen guten Ernteabschluss ausbleibt, müssen Sie Acht geben.

Nasse Kartoffelernte: 7 Tipps zur Belüftung

In den meisten Kartoffel-Anbauregionen sind Mitte Oktober noch mehr oder weniger Knollen auf dem Acker. Besonders in Norddeutschland sind die Kartoffelfelder trotz erntereifer Kulturen oft nicht zu befahren. Wenn der Goldene Herbst für einen guten Ernteabschluss ausbleibt, müssen Sie Acht geben: Beim Roden wie im Lager gibt es sonst Probleme! Wir geben 7 Tipps zur Belüftung.

Partien mit nassfaulen Knollen brauchen mehr Rodezeit und intensive Beobachtung im Lager. Dort geben sie über längere Zeit Feuchte ab. Die Versuchsstation Dethlingen im niedersächsischen Munster erläutert, wie Sie die Belüftung optimieren.

1. Länger trocknen!

Unter feuchten Bedingungen gerodete Knollen sind mehr oder weniger mit Erde einpaniert. Sandiger Lehm enthält etwa doppelt so viel Wasser wie ein reiner Sandboden. Das führt zu deutlich längeren Abtrocknungszeiten. Die steigen bei einem höheren Anteil loser Erde im Lager noch weiter an. Eine gute Enterdung der Kartoffeln vor dem Einlagern ist dann ganz wichtig.

2. Fäulnis vermeiden!

Partien mit nassfaulen Knollen brauchen mehr Rodezeit und intensives Beobachten! Im Lager geben sie über längere Zeit Feuchte ab. In den ersten Wochen kommen oft weitere Fäulnisknollen hinzu. Dann muss in der Wundheilungsphase und darüber hinaus Wasser über einen mehr Umluft abgeführt werden, um ein Ausbreiten von ganzen Fäulnisherden zu verhindern.

3. Austauschflächen erhöhen!

Unter nassen Erntebedingungen bringt Zwangsbelüftung Vorteile. Das aktive Durchströmen der eingelagerten Kartoffeln erhöht die Austauschfläche für Feuchtigkeit und Wärme um das Zehnfache gegenüber Raumbelüftung. Zudem lassen sich einzelne Bereiche bei Bedarf gezielter belüften.

4. Schneller trocknen!

Die schnellere Trocknung lässt sich auch bei offenen Großkisten erreichen, wenn sie mit mobilen Zwangsbelüftungen oder über Unterflurkanäle ausreichend vorgetrocknet werden. Hier sind kreative Lösungen gefragt, eventuell sogar selbst gebaute.

5. Temperatur-Unterschiede senken!

Die Ernte kalter und feuchter Knollen erfordert ein Umdenken im Belüftungsregime, da vor allem Feuchte abgeführt wird, aber die Temperatur der Kartoffeln wegen der späteren Wundheilung möglichst langsam absinken soll. Das lässt sich erreichen, in dem die Temperaturdifferenzen deutlich geringer eingestellt werden. Der Unterschied zwischen Außenluft und Kartoffeln ist bei Zwangsbelüftung auf 0,5 °C zu senken, zwischen Kanal und Produkt auf 1,5 °C. Das ermöglicht früheren Belüftungsbeginn mit Außenluft. Die ist durch die Wärme des Gebläsemotors zwar nicht kälter, aber trockener als die Stapelluft.

6.Fehlbelüftung senken!

An wärmeren Tagen lässt sich die Abtrocknung durch den halbtäglichen Wechsel von Anwärmen und Abkühlen der eingelagerten Knollen fortführen. Wirkungsvoll ist auch der Einsatz warmer, trockener Luft, etwa über Heizlüfter bei Umluftbetrieb. Dabei besteht schnell das Risiko einer Fehlbelüftung. Um die zu minimieren, sind betriebsindividuelle Lösungen nötig.

7. Messen vor Fühlen

Regelmäßiges Graben in den obersten Kartoffelschichten hilft, um die Feuchtigkeit zu ermitteln. Sichere Erkenntnisse gibt aber erst eine Widerstandsmessung.

Mit Material von Versuchsstation Dethlingen, Munster

Halb & Halb: Kalendershooting von "Heiße Kartoffel 2018"

Heiße Kartoffel
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