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Kartoffeln

Phytophthora-Druck steigt mit schwüler Witterung

von , am
21.06.2013

Dresden/Oldenburg - Bei anhaltend schwül-warmer Witterung mit Gewittern ist auch mit einem Ansteigen des Krautfäule-Infektionsdruckes in Kartoffeln zu rechnen. Stickstoff wurde teils nach unten verlagert.

Schadsymptome der Krautfäule (Phytophthora infestans). © hapo/landpixel
Das Sächsische Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) rät deshalb zur Befallskontrolle der Kartoffelschläge. Bei der Spritzfolge sei unbedingt auf einen Wirkstoffwechsel zu achten. Die Spritzabstände für die Folgebehandlungen können unter Beachtung des aktuellen regionalen Infektionsdruckes sowie schlagspezifischer Bedingungen, wie
  • Krautwachstum,
  • Sortenanfälligkeit,
  • örtliche Niederschlagsmenge und
  • Fungizidgruppe
individuell für den einzelnen Schlag angepasst werden.
 
Des Weiteren sei bei den Befallskontrollen in Kartoffeln auch auf das Auftreten von Alternaria-Symptomen zu achten. Erste Symptome wurden verbreitet festgestellt. Bei Befall sollten für die kommende Behandlung entweder Mittel mit einer Nebenwirkung gegen diesen Erreger (Mancozeb-haltige Präparate) oder in Abhängigkeit vom Befallsausmaß und Sortenanfälligkeit die Alternaria-potenten Fungizide wie Ortiva, Signum oder Revus Top zur Anwendung kommen, rät das LfULG Sachsen.

Nährstoffe ausgewaschen

Wie die Landwirtschaftskammer Niedersachsen schreibt, haben die außergewöhnlich hohen Niederschläge im Mai in östlichen und südlichen Teilen des Bundeslandes den vor der Pflanzung beziehungsweise Saat von Kartoffeln, Zuckerrüben und Mais gedüngten Stickstoff nach unten verlagert und zu N-Verlusten geführt. Daher müsse geprüft werden, ob eine Nachdüngung erforderlich ist. Das hängt laut Landwirtschaftskammer Niedersachsen davon ab, in welcher Tiefe der Stickstoff jetzt sitzt und ob die Kulturen in der Lage sind, mit ihren Wurzeln dort heranzukommen. Durch kapillaren Aufstieg könnten Teilmengen der in tiefere Bodenschichten gelangten Nährstoffe wieder pflanzenverfügbar werden.
So lägen beispielsweise für Sandböden Ergebnisse von Nmin-Messungen in Kartoffeldüngungsversuchen vor, dabei sei eine Verlagerung eines Teils des gedüngten Stickstoffs unterhalb des Wurzelraums der Kartoffel von 0 bis 60 cm zu erkennen. Diesen Stickstoff wird die Kartoffel in der Regel nicht mehr erreichen. Deshalb empfiehlt sich eine zusätzliche mineralische N-Gabe von 30 kg/ha zu Kartoffeln, auf die Verwertungsrichtung sei zu achten. Auf den leichten Standorten mit Kartoffelanbau wurde auch Kalium ausgewaschen, als Nachdüngung könne eine Dezitonne 40er Kali appliziert werden.
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