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Kartoffeln

Schweiz: Neue Fäulnisbakterien in Kartoffeln entdeckt

© agrar-press
von , am
02.09.2014

Bern - Vielleicht heißt es bald Schwarzbeinigkeit und Nassfäule ade, denn Forscher haben in der Schweiz zwei neue Bakterien nachgewiesen, die diese Krankheiten im Kartoffelanbau verursachen.

Der jährliche Verlust durch Fäulnis wird in den Niederlanden auf rund 30 Millionen Euro geschätzt. © Babinger/agrarheute.com
Forscher der Hochschule für Agrar-, Forst- und Lebensmittelwissenschaften, Hafl, an der Berner Fachhochschule haben zwei neue Bakterienarten in der Schweiz nachgewiesen, welche die Krankheiten Schwarzbeinigkeit und Nassfäule hervorrufen. Das teilte die Hafl am Montag in einer Mitteilung mit. Diese Erreger haben hohe Ernteausfälle und Qualitätsverluste zur Folge.
 
Hinzu komme, dass in der Schweiz die Schwarzbeinigkeit in den letzten fünf Jahren der häufigste Grund dafür war, dass Pflanzgut bei der Zertifizierung zurückgewiesen wurde. Künftig können Pflanzen auf diese Erreger hin untersucht und befallenes Pflanzgut vor der Zertifizierung entfernt werden.

Zum Verwechseln ähnlich

Bislang waren in Europa drei Bakterienarten, die Schwarzbeinigkeit und Nassfäule hervorrufen, klassifiziert (''Dickeya spp.', 'Pectobacterium atrosepticum' und 'Pectobacterium carotovorum subsp. carotovorum').
 
Dank moderner Analyseverfahren sei es dem Schweizer Forscherteam gelungen,  jetzt zwei neue Erreger derselben Krankheiten in der Schweiz isolieren. Dabei handelt es sich um 'Pectobacterium wasabiae' und 'Pectobacterium carotovorum subsp. brasiliensis'.
Bei erstem vermuten die Forscher, dass es seit längerem in der Schweiz vorkommt, aber mit dem genetisch eng verwandten 'Pectobacterium carotovorum subsp. carotovorum' verwechselt wurde. Das zweite wurde in Europa bislang offiziell erst in den Niederlanden bestätigt. 2004 wurde das Bakterium in Brasilien entdeckt.

Verluste in Millionenhöhe

Fäulnis erzeugende Bakterien zählen zu den bedeutendsten Krankheitserregern im Kartoffelanbau. Sie verursachen beträchtliche wirtschaftliche Verluste. In den Niederlanden zum Beispiel wird der jährliche Verlust durch Fäulnis auf rund 30 Millionen Euro (Mio. Euro) beziffert, in der Schweiz sind es rund 2,5 Mio. Franken (umgerechnet 2,07 Mio. Euro), wie die Hochschule schreibt.
 
Jetzt könnten die Erreger aussortiert werden, bevor sie aufs Feld gelangen. "Da es noch keine zuverlässigen und wirksamen Bekämpfungsmaßnahmen gegen diese Bakterienkrankheiten gibt, sind vorbeugende Maßnahmen umso wichtiger", erläutert Andreas Keiser, Projektleiter an der HAFL. Das bedeutet, dass befallenes Pflanzgut aussortiert werden muss, bevor es überhaupt aufs Feld kommt. Für die Landwirte solle die Identifikation der beiden Erreger auf Schweizer Kartoffelfeldern kaum etwas ändern.

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