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Kartoffelernte

So wirkt Nässe auf die Lagerqualität der Kartoffeln

Kartoffelernte
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Klaus Strotmann, agrarheute
am
14.02.2018

Nässe, Fäule, suboptimale Temperaturen beim Einlagern: Die Kartoffeln sind seit der Ernte massiv gebeutelt. Jetzt gilt es, das Lager gut im Blick zu behalten.

Wie ist die Qualität von Lagerkartoffeln aktuell zu bewerten? Die Situation vor und bei der Ernte beeinflusst die Knollen auch heute noch im Lager. Die Vermarktungspartner fordern konstant hohe Qualität, die weitgehend unabhängig von der Vorgeschichte erfüllt werden muss. Die Versuchsstation Dethlingen wirft einen Blick auf die aktuelle Lagerqualität.

Norddeutsche Regengebiete

Ab der Jahresmitte regnete es in Nord- und Nordostdeutschland ausgiebig; Jahresniederschläge von über 1.000 mm waren 2017 dort keine Seltenheit. Dabei haben sich die nassen Böden größtenteils weniger negativ auf das Wachstum ausgewirkt als zunächst vermutet.

Allerdings zeigten die nassen Partien häufig offene Lentizellen und damit Eintrittspforten für Erreger. Zum Abtrocknen ungeeignete Temperaturen beim Einlagern haben Fäulnis befeuert. Ein Großteil dieser Partien musste bereits im Herbst vermarktet oder anderweitig verwertet werden.

Das Fäulnisrisiko der verbliebenen Partien hängt stark von der Klimaführung im Lager ab. Bei konstanter Temperatur und ausreichendem Luftaustausch ist eine qualitätsorientierte Langzeitlagerung möglich. Die Keimungsneigung liegt derzeit im sortentypischen Rahmen.

Bewerten Sie die äußere Qualität ihrer Partien aber selbstkritisch! Oft sind eine stumpfere Schalenfarbe und vermehrt Schalendefekte festzustellen. Die Intensivbelüftung im Herbst führte zudem zu höherem Wasserverlust. Empfindliche Sorten können dann zu Schwarzfleckigkeit neigen.

Süden

Der Regen hat im Süden vielfach die späten Sorten in ihrer Ertragsbildung unterstützt. Die hohen Temperaturen wirkten aber bis ins Lager nach: Verringerte Keimruhe und frühere und stärkere Lagerdruckstellen sind die Folge. Einige Partien enthalten auch Knollen aus einer zweiten Ansatzphase, die bei zu geringem Stärkegehalt nur bedingt lagerfähig sind.

Westen

Auch im Westen waren im Herbst stärkere Niederschläge zu verzeichnen, die sommerliche Hitze erreichte nicht ganz süddeutsches Niveau. Außerdem passte auch hier häufig die Kombination von Tages- und Nachttemperaturen nicht, um die teils mit Erde eingelagerten Knollen sicher abzutrocknen. Das traf vor allem die auf Warmlagerung ausgerichteten Veredelungsbetriebe. Im Speisebereich stehen immer häufiger Lager mit maschineller Kühlung zur Verfügung.

Die Verarbeitungsqualität hat weniger stark unter dem Witterungswechsel gelitten. Die äußere Qualität der Speisekartoffeln weist aber teils unerwartete Abweichungen auf.  

Mit Material von Versuchsstation Dethlingen

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