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Kartoffelernte

Trockenheit: Kartoffeln schonend ernten

Kartoffeln sortieren
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Klaus Strotmann, agrarheute
am
24.08.2018

Krautfäule war dieses Jahr kein großes Thema, dank der trockenen Bedingungen. Bei der Ernte ist Vorsicht angesagt: Drucknekrosen werden erst später sichtbar.

Bei zu trockener Ernte leiden die Kartoffeln und können Beschädigungen davontragen. Dr. Marianne Benker von der Landwirtschaftskammer (LWK) Nordrhein-Westfalen gibt Tipps, wie Sie die „Blauen“ vermeiden können.

Je nach Region ist der Niederschlag bis jetzt sehr unterschiedlich ausgefallen. Auf trockenen Standorten empfiehlt es sich, die Ernte bis zum nächsten Regen zu verschieben. Alternativ kann, falls möglich, vor der Ernte beregnet werden. Vermehrte Klutenbildung fördert Erntebeschädigungen.

Je größer die Knollen und je höher der Stärkegehalt, desto empfindlicher sind sie für mechanische Belastungen.

Wie Erntebeschädigungen entstehen

Ernteschäden an Kartoffeln

Die Knollen haben Erntezeitpunkt einen hohen Wassergehalt. Durch mechanische Belastung können die Zellen im Inneren platzen. Zwei bis sieben Tage später treten Verfärbungen im Knolleninneren auf.

Die Verfärbungen lösen sich nach etwa zehn Tagen wieder auf. Das geschädigte Gewebe trocknet aus und durch Lufteinschluss bleiben Nekrosen mit weißgrauer Stärke zurück.

Nicht mit Schwarzfleckigkeit verwechseln

Die nach der Ernte entstehenden Nekrosen dürfen nicht mit der Schwarzfleckigkeit beim Auslagern im Frühjahr verwechselt werden.

Schwarzfleckigkeit wird ebenfalls durch mechanische Belastung ausgelöst, allerdings bei niedrigem Wassergehalt gegen Lagerende.

Im Gegensatz zu den Nekrosen werden bei der Schwarzfleckigkeit keine Zellen zerstört. Es handelt sich um eine chemische Reaktion.

Wenn schon vor der Krautminderung über einen längeren Zeitraum hohe Knollentemperaturen von über 25 °C vorherrschen, sind Schwarzfleckigkeitssymptome bereits bei der Ernte zu beobachten. Das war beispielsweise 2016 der Fall.

Hohe Temperaturen und Trockenheit führten damals zum Wasser- und damit zum Turgorverlust der Knollen. Damit stieg die Empfindlichkeit gegenüber Schwarzfleckigkeit schon so früh deutlich an.

Daher eine Empfehlung aus den Erfahrungen von 2016: Ernten Sie aufgrund der trockenheißen Witterung der letzten Wochen auf Problemstandorten und bei empfindlichen Sorten nicht, wenn die Knollen mehr als 25 °C haben.

Sorten sind unterschiedlich empfindlich

Beschädigungsempfindlichkeit ist aber nicht gleich Beschädigungsempfindlichkeit. Die Sorten reagieren sehr unterschiedlich auf diese zwei Formen von mechanischer Belastung. Manche sind sehr empfindlich für Erntebeschädigungen (Nekrosen), haben aber keine Probleme mit Schwarzfleckigkeit – und umgekehrt. Andere Sorten sind gegen beide anfällig, wieder andere gegen beide robust.

Hilfe gibt die beschreibende Sortenliste. Sie listet die Beschädigungsempfindlichkeit und die Neigung zur Schwarzfleckigkeit auf.

Mit Material von Dr. Marianne Benker, LWK NRW

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